Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1861)
- Article
- Frankreich : Paris [Nachricht]
- Date
- 1861-12-01
- Page
- 151 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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151 man sündigt ans Unwissenheit. Wer tragt die Schuld? Vor einigen Jahren besuchte ich einmal am Sabbath den Gottesdienst in der Synagoge zu Lille. Ich war nicht wenig überrascht, die Frauen in demselben Raum mit den Männern zu sehen; nur waren die Frauen rechts und die Männer links placirt. Ich drückte mein Erstaunen dem Parneß aus, der mir erwiederte: ״Mein lieber Herr, wir waren gar nicht einstimmig über diese Einrichtung; allein der Oberrabbtner von Parts hat in unserer Synagoge gepredigt, er hat diese Einrichtung gesehen, und da er nicht das Geringste darüber gesagt hat, so haben wir geglaubt, er billige es; denn wer schweigt, billigt. Hätte er uns auch nur daS Geringste bemerkt, wir. hätten unsere Frauen wieder in den Gallerten Platz nehmen lassen, wo sie eigentltch ihre Stelle haben." Hiergegen konnte-ich nichts sagen. Ich glaube ausrichtig, würden unsere Herren Rabbinen, wenn sie am Sabbath und an den Festtagen predigen, die unjüdische Aufführung derjenigen zn tadeln wagen, welche den Sabbath verletzen, wenn sie ihnen im Namen Gottes zu sagen wagten מי בקש?את מידכם ״ ,רמס חצריWer ladet euch dann ein in mein Haus zu kommen, wenn ihr voller Sünden seid? Warum kommt ihr zu mir wenn ihr meine Gebote nicht erfüllt? Meint ihr eure Vergehungen durch die Opferspenden sühnen zu können, die ihr in meinem Hause gelobt? Nein! לא;תוסיפו הביא מנחת שוא, kommt nicht in das Haus des Herrn, denn es steht geschrieben : זה השער לר׳ צדיקים יבאו בו. Hattet lieber seine Gebote, denn Gott legt mehr Werth auf euren Gehvrsam, als auf eure Gaben — —" Doch nein, unsere Rabbinen sprechen nie mit Nachdruck über solche Dinge; sie sind zu ״tolerant", und die Unwissenden sagen: ״ .שלום'יהי' ליIch weiß nicht ob ich Anrecht thue, ich thue wie die Andern אחרי רבים להסות. Unser Rabhiner hat uns nie gesagt, daß wir Unrecht thun, es muß darum wohl auch recht sein — — — " Was den Kaufmann bctrifft, dessen Laden Sie am Jom Kippur ganz nahe bet der Synagoge geöffnet sahen, so ist von dem nicht zu reden: er ist der Dekorateur der Synagoge, der Employs der Verwaltung. So wird die Tugend belohnt. Frankfurt am Main. Pensions-Anstalt von vr. M. Hirsch. Allen Eltern, welche ihren Söhnen eine gründliche, real-wissenschastliche und religiöse Bildung gewähren wollen, hält sich diese Anstalt bestens empfohlen. — Vorwaltende Rücksicht aus die Ertüchtiguug für den kaufmännischen Beruf. Sämmtliche Lehrgegenstände eines Handels-Instituts. Deutscher Styl und Literatur, Franzos, und Engl. Correspondenz und Conversatton, Arithmetik, kaufmännisches Rechnen, Geometrie, Geschichte, Geographie, Handelsgeographie, Naturgeschichte, Physik, Technologie, Kalligraphie,