Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1861)
- Article
- Deutschland : Wien [Nachricht]
- Date
- 1861-10-01
- Page
- 52 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Reibung der Parteien gegeben hat. Nach lebhafter Debatte wurde aber beschlossen, daß dem Staate das Recht zuerkannt werden müsse, Kirchenoberen und Diener aus gesetzlichen Gründen ihres Amtes zu entheben. Jetzt wird der Entwurf einer förmlichen Redaction unterworfen und dann im Ausschüsse zur zweiten Lesung gebracht, wobei sowohl Zusatzbestimmungen als auch Abänderungen, wodurch kleine Jnconsequenzen gehoben werden sollen, erfolgen. Der ״Actionär" meldet aus Wien: ״Der Entwurf eines sehr freisinnigen Judengesetzes ist so eben fertig geworden." Linz, im Sept. Die hiesige israelitische Bevölkerung, welche in der Ledergasse ihre meisten Quartieren nimmt, erbaut sich gegenwärtig in einem Garten der sogenannten Bethlehemgasse ein eigenes kleines Bethaus. Bis zum Jahre 1848 waren die Bekenner der mosaischen Religion hier nicht geduldet und waren vielmehr auf Grund alter Privilegien aus der Zeit Rudolfs II. und Mathias I. zu einer Art Leibzoll verpflichtet, indem jeder Jude für einen Tag hiesigen Aufenthaltes 1 fl. C. M. zahlen sollte. Töplitz. Der Erzdechant hat, der ״Z. f. N." zufolge, dagegen, daß dem Rabbiner, wie es vertragsmäßig mit'der israelitischeu Gemeinde festgestellt worden, kn dem Schulgebäude eine Localität zur Ertheilung des mosaischen Religions-Unterrichts eingeräumt werde, obwohl ein Gleiches an anderen Gymnasien und Realschulen flattfindet, Protest erhoben. Einstimmig hat das Stadtverordneten-Collegium beschlossen, (der Erzdechant hat auch die Anstellung eüles nicht-geistlichen Direktors an eine aus Stadtniitteln gegründete neue Realschule beanstandet) wegen dieser Angelegenheiten den Bürgermeister und einen Stadtrath nach Wien zu entsenden um dort die Beseitigung der angeregten Hindernisse durch persönliche Rücksprache mit dem Staatsminister zu erwirken. Wreschen (im Grvßherzogthum Posen), 16. Aug In der Nacht zum 14. d. sind in dem Städtchen Zerkow 60 Wohngebäude und 24 mit Getreide angefüllte Scheunen ein Raub der Flammen geworden. Besonders arg hat das Unglück unsere jüdische Bevölkerung getroffen, die (mit Ausnahme weniger Familien) fast insgesammt ihre Wohnstätten, ihr Hab und Gut verloren haben. Auch die Synagoge nebst Zubehör ist in Asche gelegt worden. (Br. Z.) Donaufürsteqthümer. Bukarest. Ausschließung der Juden vom Platten Lande. Verordnung vom Minister des Innern an alle Bezirks-Präfekten der wallachischen Provinzen. Bukarest, 17.29. Juni 1861, No. 4839. Es wurde mir mitgethetlt, daß in einigen Communen auf dem platten Lande sowohl einheimische als fremde Israeliten sich ansässig