Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 12 (September 1861)
- Article
- Deutschland : Prag [Nachricht]
- Date
- 1861-09-01
- Page
- 649 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Nachforschungen nach den Urhebern eingeleitet," ferner von Prag unterm 8. August: ״Auf die Nachricht von den Ercessen gegen die Israeliten in Prag geschahen in Winterberg und Skin gleichfalls Zusammenrottungen. Zn crstercr Stadt wurden den Juden die Fenster ctngcworfen, die Schilde: an den Läden beschmutzt, einige Israeliten erlitten körperliche Mißhandlungen. Aergere Exceffe wurden durch das energische Einschreiten bes 'Bezirks-Vorstehers verhindert und in Skin wurde der Krawall bald Unterdrückt." Gebe Gott, daß dieser finstere Geist nicht wieder anfkömmt, es fehlt nicht an Leuten, die ihn gern schüren möchten. Die ״Med. Wochenschrift" bespricht heute einen ״Barbarismus", der in dem Wiener Gebär- und Findelhause herrscht, wo ledige Schwangere unentgeltlich entbunden werden. Wenn eine Jüdin von diesem Rechte Gebrauch macht, wird das Kind gegen ihren Willen getauft, der mütterlichen Obhut für immer entrissen, und im Ftndelhanse untergebracht, wo man ihm, um alle Nachforschungen abzuschueiden, nicht einmal eine Nummer crthcilt: die Mutter aber, die ihr eigenes Kind nicht nähren darf/ wird gleichzeitig gezwungen, in der Anstalt bei fremden christlichen Kindern Ammcndienste zu leisten. Pesth, 17. Aug. 'Me!königl. ungarische Dsföl hat in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, keinen Israeliten zur Advokaten- Prüfung zuzulassen, ferner den!bereits!bestehenden Advokaten jüdischen Glaubens, deren Ernennung noch unter dem früheren Regime erfolgte, die fernere Ausübung der Advokatur nicht zu gestatten. Belgrad, 8. Aug. Seit eiuigen Tagen macht hier die Bekehrung eines jüdischen zwölf Jahre alten Mädchens zur griechischorthodoxen Kirche viel von sich reden. Der Fall erinnert'an die bcrüchtigte Mvrtara-Geschichte. Das genannte Kind verschwand nämltch seinen Eltern, und als diese durch die Polizeibehörden Nachforschnngen anstelle» lassen wollten, erfuhren sie, daß ihr Kind nicht verloren sei, sondern bei einem Geistlichen (Popen) sich befinde, weil es den Wunsch geäußert habe, zur christlichen Religion überzutreten. Reclamarivnen der gesummten hiesigen israelitischen Geincinde beim Erzbischof um Ausfolgung des Kindes blieben ohne Erfolg, und selbst die vom Fürsten Michael zu Gunsten der israelitischeu Gemeinde erfiossenen Befehle warm fruchtlos, Weil das Kind inzwischen veranlaßt worden war, das christliche Glaubensbekenntniß abzulegen. Die von Großh. Bad. Ministerium genehmigte Bildungs-Anstalt für tft\ Lehrer in Weinheim an der Bergstraße, soll am 1. Oct. d. I. eröffnet werden. — Der Unterricht beschäfttgt sich mit der Befestigung und Erweiternng der elementaren Kenntntffe und Fertigkeiten — namentlich durch Einführung in die Vater-