Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 11 (August 1861)
- Article
- Amerika : Die Juden entwickeln ... [Nachricht]
- Date
- 1861-08-01
- Page
- 607 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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607 gelebt haben, und unter welcher wir fernerhin zu gedeihen undzu blühen hoffen, dem Juden und Heiden, de»! Christel: und Ungläubigen gleiches Recht und gleichen Schutz zusichert. Es ist dies das große Gesetz der Gleichheit und Freiheit, und nirgend und von Niemandem erwartet es eine ernstere und strengere Beachtung als in dem Tempel des Rechtsund von Ihnen, die Sie an seinem Altäre dienen. Als unsere Väter das Band brachen, das uns an das Mutterland fesselte, war es nicht sowohl wirklich vorhandener Druck, der sie dazu veranlasste, sondern das Princip, daß das Recht zur Unterdrückung implicite enthielt. Als wir die gegeilwärtige Union auflösten, so geschah es nicht sowohl, weil wir in derselben nicht leben und glücklich leben konnten, sondern weil uns Rechtsgleichheit versagt wurde (!) In jenem früheren, wie im gegenwärtigen Kampfe ist der Jude nie hinter den Christen zurückgeblieben, unsere Rechte, unsere Unabhängigkeit, unsere Freiheit aufrecht zu halten (!) In der That darf man ja sagen, einer der tüchtigsten und beredtesten unsrer Staatsmänner und Vertheidiger ist ein Jude. Ich darf hinzufügen, Süd Carolinas freigebigste Unterstützer in der Stunde seiner Gefahr waren Juden. Es möchte in der Gegenwart noch nicht schicklich sein Namen zu nennen. Allein wenn die Geschichte unserer Revolution einst geschrieben werden wird, werden jüdische Namen glänzend hervorleuchten. Von je, seit das Christenthum die Anerkennung des römischen Kaiserreichs errungen hatte, war der Jude Gegenstand der Verfolgung und in keinem Zeitalter wurde er gebührend anerkannt, bis die Constitution, unter der wir bis jetzt gelebt haben, alle confessionellen Unterschiede beseitigte. Selbst hier, es thut mir leid es gestehen zu müssen, hat man es ihn mitunter fühlen lassen, daß es als Verbrechen gilt Jude zu sein. Gleichwohl, ich sage es mit Stolz, diese Ungerechtigkeit hat in unsere Gerichts- Höfe nie Eingang gefunden, und wird dort nie Eingang finden. Hier ist die Gerechtigkeit blind und Ungläubiger und Christ, Jude und Heide werden mit gleichem Maß gemessen. Und es ist wahrlich recht, daß es so ist; denn von allen Völkern der Erde, wage ich zu sagen, sind die Juden die standhaftesten. Sehen Sie alle ihre Verfolgungen in alter und neuer Zeit, wo finden Sie sie? Treu dem Glaube» ihrer Väter und demselben Gotte Israels, den sie inder Wüste verehrten. Vielleicht sind sie im Jrrthum. Wir glaubeu sogar, daß sie im Jrrthum sind; allein mit einer Beständigkeit die unsere Be- Wunderung verdient, sind sie, in dem Glauben recht zu handeln, ihren! Glauben treu geblieben ohne sich durch Verfolgung einschüchtern, oder durch Vorwurf wankend machen zu lassen. Ihre geschichtliche Erscheinung ist auch der Beachtung Werth. Jede Woche geht ihnen ein Tag am Geschäfte verloren, und gleichwohl mit entschiedener Energie, mit entschlossenem Willen, mit vernünftiger, jedoch