Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 11 (August 1861)
- Article
- Deutschland : Dresden [Nachricht]
- Date
- 1861-08-01
- Page
- 601 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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601 Genossen, beziehentlich Ziesler's das im vorgelegten Civilgesetzbuche aufgestellte Eherecht betreffend, ward in geheimer Sitzung berathen. Bei der Schlußabstimmung beschloß die Kammer gegen 4 Stimmen: ״den Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Königreich Sachsen mit den beschlossenen Abänderungen und Modistcatiou.en im Uebrigen 60 Kloo anzunehmen “ Schweiz. Basler Blätter berichten, daß Unruhen in Chaurdefouds ausgebrvchen, Militär aufgeboten sei und daß es Todte und Verwundete gegeben. Laut dem ״Handelscourier" handelte es sich um einen Auflauf von 50 Leuten in Arbeitertracht unter der Anführung eines Biehler von Bern, die ״nieder mit den Inden, den Volksausbeutern" riefen. Der gleiche Mensch ist schon wegen unbefugtem Arzneien gerichtlich bestraft worden. Er wurde verhaftet. Abends neuer Auflauf vor dem Präfecturgebäude, aus dessen Gefängnis Biehler eine Rede gegen die Tyrannei hält. Steinwersc». Einbrechen. Generalmarsch. Die Bürger schaffen Ordnung und verhaften 17 Ruhestörer. Biehler hatte den Leuten vorgegeben, ein Israelit habe ihm 13 Fr. für seine Uhr geboten. (F. I.) Frankreich. Jüdische Zustände in Frankreich, nach dem Univers. Ein Mitglied des ״Consistoire Central" hat kürzlich den Orden der Ehrenlegion erhalten. W r freuen uns sicherlich wenn einer der Unsrigen ans den Händen des Staats-Oberhaupts, das ist ja des ganzen Landes, irgend eine Auszeichnung erhält, insbesondere wenn diese Auszeichnung für Dienste erthetlt wird, die der Religion geleistet worden. Es ist dann die Religion selbst, die vor Gott und Menschen geehrt und verherrlicht wird. Gleichwohl können wir uns bet dieser Gelegenheit einer ganz allgemeinen Bemerkung nicht enthalten, die von jeder persönlichen Beziehung fern ist. Es gtebt Leute unter uns, die wie man sagt, daS Bedürsntß fühlen auf ihrer Brust den Stern der Ehren glänzen zu sehen. Da gleichwohl in ihrem Leben, ihrem Charakter, ihren Handlungen, ihren Tugenden nicht das Geringste ist, das ihnen diese Auszeichnung verdienen könnte, so erinnern sic sich, daß sie auch ein wenig Juden, ein wenig Eonsistorial-Mitglieder sind, ein wenig Präses eines wohlthätigcn Vereins, dem sie aber nie präsidircn; sofort fordern sie kühn den Orden im Namen des Judenthums, das sie seit lange vergessen, aus ihrer Gesellschaft gebannt, aus ihrem Hause entfernt, wie ein Makel und eine Schande von sich gewiesen, und für welches sie täglich die stolzeste Verachtung zur Schau tragen. So beuten diese Leute die Religion, die sie sonst mit Füßen treten, zu ihrem Vortheil aus!