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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 452

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Frankreich : General Klapka ... [Nachricht]
Date
1861-05-01
Page
452 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Zeitungen zufolge, am 5. c. folgende Verfügung an eine Bezirks- Regierung erlassen: ' Auf den Bericht von . . . erwidere ich königlicher Regierung, daß nach den bestehenden Gesetzen, insbesondere nach § 11 des Edikts vom 11♦ März 1812, §§ 1 und 4 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 und § 54 der allgemeinen Gewerbe-Ordnung vom 17. Januar 1845 denjenigen Juden, welche die formelle Qualification als Apotheker erworben haben, der selbstständige Betrieb, bez. die Verwaltung einer Apotheke nicht versagt werden darf. Danzig, im März. Der (jüdische) Schulze Lewy in Löblau ist nunmehr in sein Amt eingeführt worden. Der Landrath v. Brauchttsch hatte sich bisher dieser Einführung mit allen Kräften entgegengestemmt. Hannover, im März. Der hiesigen Bildungsanstalt für jüd. Lehrer sieht mit Anfang des nächsten Semesters eine Erweiterung bevor. Durch besondere Begünstigung von Seiten der Regierung ist dieselbe in den Stand gesetzt einen zweiten Lehrer anzustellen und die Zahl der Zöglinge auf 30 zu erhöhen, so wie letzteren manche Erleichterung zu gewähren. Leipzig, 26. März. Die hiesige Kramer-Innung, d. h. die Innung der Kleinkaufleute, hat kürzlich sich gesträubt, einen Juden in ihren Kreis aufzunehmen, uud zwar aus dem Grunde, weil nach den Jnnungsartikeln die Kramer ihre Tobten zu Grabe tragen sollen und es das christliche Gemüth kränke, wenn es seinen Leichnam von einem Juden tragen lassen müsse. Das ist dieselbe Innung, welche vor etwa 10 Jahren einer Chinesenfamilie, die,sich hier für Geld sehen Ließ und kleine selbstverfertigte Handarbeiten verkaufte, diesen Handel verbieten ließ, weil er gegen die Gerechtigkeiten der Kramerzunft verstoße. München, im März. Jonas Roßwitz von Osterbnrg erhielt die Erlaubniß der Ausübung einer um 2600 fl. gekauften Salvameserschen Priechlersgerechtsame, jedoch ohne Ansässigmachung. Der Bewerber ist der erste Jude, der auf Grund der Ministerial-Ent-- schließung vom 6. Jan. ״die Gewerbverhältniffe der Juden betressend" die Grlaubniß zur Ausübung eines realen Rechtes ohne Ansässigmachung erhält. (Süd. Z.) München, 11. März. Der dritte Ausschuß der Kammer der Abgeordneten hat in heutiger Sitzung den Antrag seines Referenten, Bürgermeister Münch, bezüglich der bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten einstimmig angenommen, wornach die gegen die Inden bestehenden Ausnahmsgesetze, welche im Edicte von 1813 § 12 und 13, dann 18, Abs. 1. aufgeführt sind, aufgehoben werden.

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