Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 6 (März 1861)
- Article
- Deutschland : Berlin, Ende Januar [Nachricht]
- Date
- 1861-03-01
- Page
- 343 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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343 werden. Es schreitet darum auch der Bau, der nach einem von dem Archttckten-Verein gekrönten Plane ausgeführt wird, entsprechend vorwärts. Unsere Untcrrichtsanstalten, die Knaben-, die Mädchen- und die Reltgionsschule, sind durch Bildung neuer Classcn erweitert worden, ohne daß dieserhalb eine Erhöhung des bei der Hauptkasse für diese Institute etatirten Zuschusses hat stattfinden müssen. Es rechtfertigt aber auch die diesen Anstalten von der Schulbehörde gezollte Anerkennung vollkommen jenes Vertrauen unserer resp. Mitglieder, welches durch die fort und fort gesteigerte Frequenz sich in so retchlichem Maße kuudgibt, daß der Neubau eines Schulhauses zur dringenden Nothwendigkeit wird. Auch die Ende vorigen Jahres in's Leben getretene, mit der Knabenschule in Verbindung stehende Lehrerbildungsanstalt, welche als Stiftung des Talmud-Thora-Jnstituts der Gemeinde begründet worden ist, berechtigt nach ihren bisherigen Leistungen zu günstigen Erwartungen. Das durch die hochherzigen Opfer unserer verehrlichen Mitglieder in anerkannt musterhafter Weise neuerbaute Krankenhaus wird zum nächsten Frühjahr der Benutzung übergeben werden können. Die Armen-Commtsston und die Alterversorgungsanstalt sind durch Beiträge und Zuwendungen in die Lage gekommen, den Kreis ihrer Wirksamkeit auszudehnen." Wir behalten uns vor, noch Einzelnes aus der Uebersicht in dem nächsten Berichte zu geben. Berlin, 19. Januar. Heute erfolgte im Hause der Abgeordneten die Vorlage eines Gesetzentwurfs betreffs der Eide der Juden. Der Justizmtnistcr bemerkte, er dürfe als bekannt voraussetzen, daß die Vorschrift über die Eidesleistung der Juden manches von den allgemeinen Vorschriften Abweichendes enthalte. Seit langer Zeit sei es als ei» Bedürfniß bezeichnet worden, in dieser Beziehung eine Aenderung herbcizuführen; eine große Anzahl von Petitionen der Synagogengemeinden aus allen Landestheilen habe diesen Wunsch wiederholt ausgesprochen, daß in Preußen wie in andern deutschen Staaten dieser veraltete und keineswegs durch die mosaische Religion motivirte Grundsatz abgeschaffr werde. Der vorliegende Gesetzentwurf bezwecke deßhalb dem Eide die Formel zu geben: ״ich schwöre bei Gott, dem Allmächtigen und Allwissenden" und zum Schluß: ״so wahr mir Gott helfe." Münster, 31. Jan. Gestern begingen wir in den Mauern unserer Stadt die Jubelfeier des hochgeachteten greisen OberrabbtnerS, des Herrn Sutro. Vielfache Ehrenbezeigungen von Mitgliedern seines Sprengels und christlichen Bürger der Stadt wurden dem Jubilar zu Theil. Der Herr Bürgermeister überreichte ein sehr anerkennendes Gratulationsschreiben des Magistrats. (K. Z.)