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Jeschurun · 1861-02-01 · Heft 5 (Februar 1861) · p. 293

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 5 (Februar 1861)
Article
Deutschland : Die Nord. Biene ... [Nachricht]
Date
1861-02-01
Page
293 (sequence 2)
Language
German
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293 mit dem armen Opfer auf einem Fuhrwerk, das sie erwartete. Der unglückliche Vater, zur Rettung feiner Tochter herbeieilend, wurde durch einige Schläge zn Boden geworfen, sammelte aber doch seine letzte» Kräfte, um die Räuber zu verfolgen. Vergebens aber suchte er die ganze Nacht; ohne seine Tochter zu finden, mußte er allein zurückkehren. Am 22.Okt., Morgens, erfährt der Vater des geraubten Kindes, daß dasselbe in dem Flecken Kamajach bei dem katholischen Priester Maziewsky sestgehalten werde. Die Eltern eilten dorthin, aber weder Bitten noch Thränen bewegen denselben, die Tochter wieder herauszugeben; es wurde den Eltern nicht einmal erlaubt, sie zu sehen. Herr Maziewsky behauptete, wie es zu erwarten war, daß das Kind selbst nicht zu de Eltern zurückkehren wolle und den Wunsch habe, den katholischen Glauben anzunehmen. Der Jude Mendak hat über alles Vorgefallene der Obrigkeit berichtet und cs ist kein Zweifel, daß er eine formelle und den Gesetzen entsprechende Resolution erhalten wird. o. Berlin, im Januar. Die ״Deutsche Ztg." erzählt: Ein preußischer Gerichtsassessor, jüd. Confessio», der zu den ältesten unter seinen College« zählte, wandte sich mtt der Bitte um eine bestimmte Richterstelle an den Justizmintster v. Bermuth, in der festen Ueberzeugung, daß mit dem Scheiden des Herrn Simons auch die Schranken gefallen seien, die der Ausführung des 8 12 der Verfaffung bis jetzt im Wege standen. Der Justizminister erklärte ihm jedoch, er könne seiner Bitte noch nicht Folge leisten, da bis jetzt die Principien noch nicht festgestellt wären, nach denen in der Frage der Bestallungsfähigkcit der Juden als Richter verfahren werden sollte. o. Burgsteinfurt, im Münsterland, 10. Dec Die hiesigen Stadtverordneten haben ihren jüd. Mitbürger, Kaufmann Jitzig, zum Kreistagsdeputirten gewählt. Es ist dies als Zeichen der Zeit um so beachtenswerther, als es in einem Landestheile geschieht, wo der ״westphälische Merkur" gedeiht. (V. Z) B.C. München, im December. Dem ״Schw. M." wird geschrieben: ״Ich erfahre aus ganz zuverlässiger Quelle, daß dem Landtag ein Gesetzentwurf zur Aufhebung der sogenannten Judenmatrikel vorgelcgt werden soll. Mit ihr wird die hauptsächlichste und begründcteste Klage der bayerischen Juden gehoben und diese bis auf wenige kleine Gewerbsbeschränknngen den christlichen Staatsbürgern völlig gleichgestellt". Die bayerischen Zeitungen bestärken die Hoffnung. 80. Nürnberg, 27. Dec. Bet den hoffnungsreichen Aussichten, die uns in der Presse eröffnet, daß endlich in dieser Kammer-Session das Matrickelwesen fallen werde, wird es nicht ohne Interesse sein zu erfahren, daß in der gesteru hier stattgefundenen Versammlung bayrischer Mitglieder des Nattonal-Vereins ein ähn-

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