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Jeschurun · 1861-02-01 · Heft 5 (Februar 1861) · p. 292

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 5 (Februar 1861)
Article
Deutschland : Wien [Nachricht]
Date
1861-02-01
Page
292 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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292 bette, die civilisirten Staaten kennen heute keine Stockprügel und hier fängt die Constitution von 1848 mit drn Stockprügeln an. Raab, 1l. Jan. Hier ist es den alten Judenfeinden endlich gelungen ein artiges Juden-Cravalchen in Scene zu setzen. Derbem Primas bei seinem Besuche dargebrachte Fackelzug war die günstigste Gelegenheit harmlose jüd. Spaziergänger wacker durchzuprügcln und da die Begeisterung nach den Regeln aller Räusche noch 24 Stunden angehalten hat, so sind auch gestern noch einige Juden bei Hellem Tage angehalten und handgreiflich insultirt worden. (Ostd. P.) 8g. Pesth, im Januar. An dem regen Leben, das in Ungarn erwacht, nehmen auch die Juden lebhaften Antheil; Zeitungsberichte werden Ihnen von dem Verbrüocrungsfcste das hier unter großer Feierlichkeit begangen wurde, gemeldet haben; Aehnliches erfahren wir aus den Comitaten Gran, Stuhlweißenburg, Zempleny; wo Juden theils als Beamte, theils als dirigirende Comitö,Mitglieder gewählt worden. Die Szegedtner haben beschlossen die Herstellung der Municipalfreiheit durch einen Act der Humanität zu verherrlichen; der israelitische» Hauptschule dieser Stadt wurde für ihre Erhaltung und Fortentwickelung eine Subsidie von 5000 fl. jährlich aus der städtischen Kasse;»gesichert. c. Arad, im Januar. Neben Klapka wurden drei Juden, unter denen der Oberrabbiner, in den Comitatsausschuß gewählt, da ״diese durch Vermögen und Intelligenz hervorragende Volksklasse sowohl 1848 als während der letzten Leidensperiode viele Beweise ihrer aufopfernden Vaterlandsliebe gegeben hat." So meldet die ״N. P. Z.", indem sie nur hämisch hinzufügt: als Lieferanten und Spione?! — Die ״Nord. Biene" bringt folgende Mittheilung: In jüngster Zeit hat sich in Litt hauen ein Vorfall ereignet, welcher lebhaft an die ״Mortara-Geschichte" erinnert, aber unter Umständen, welche die Schuld der Thcilnehmcr noch vergrößern. Im Gouvernement Kowno, im Nowoalcxandrow'schen Kreise lebt in einem Dorfe nahe dem Gute Dussjati seit einiger Zeit ein Jude Namens Binel Mendak mit seiner Familie, einer Frau und drei Töchtern. Am Sonnabend Abend vom 19. aus den 20. Oet. v. I., als die Familie Mendak's sich schon schlafen gelegt hatte, wird plötzlich die Thüre, welche verriegelt war, durch einen heftigen Schlag von außen geöffnet und in die Wohnung dringen vier Kerle, Bauern aus einer benachbarten Gemeinde, welche sich auf die älteste 15jährige Tochter des Juden stürzen und sie zur Thür zu schleppen versuchen. Das Geschrei der Eltern aber und der heftige Widerstand der Tochter veranlassen die Räuber, sie loszulassen; daraus ergriffen sie die zweite 10jährige Tochter Mendak's, Zipka, und verschwinden im Augenblick

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