Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1861)
- Article
- Zur Geschichte der Judenverfolgungen im 14. Jahrhundert
- Date
- 1861-02-01
- Page
- 274 (sequence 5)
- Language
- German
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274 Da« Zudenverhör von Chillon and Castell «. daß sobald er den Gisst gelegt gehabt, er wie oben gesagt, alsbald den andern Inden es offenbahrt. Er gestehet auch, daß wol zwo Monat verflossen, daß er zu Evian gewesen, und mit dem Juden Zacob wegen dieses Handels geredet, und ihn unter andern gefragt, ob er wie andere Schreiben und Gisst habe, der ihm mit ja beantwortet. Ferner hätte er denselben befragt, ob er dem Befehl wäre Nachkommen, welcher geantwortet, daß ers nicht gelegt, sondern den Gisst dem Juden Säveto gegeben, der hätte ihn gelegt zu Evian in den Brunnen de Morner, und hätte ihm, dem B alavigny besohlen, daß er dergleichen wol verrichtete, wie es befohlen sey. Er sagt, der Aquet von Montreäntz ihn berichtet, daß er von dem Gisst gelegt hatte in den Brunnen über Tour, von dem er etliche mahl zu Tour getrunken gehabt. Er bekennt, daß Sam ölet zu ihm gesagt, daß er das Gift so er bekommen, gelegt hätte in einen Brunnen, den er ihn aber nicht benennen wollen. Dieser Balavtgny sagt auch, weil er ein Wundarzt ist, wenn einer von solchem Gisste angesteckt wird, Und ein ander ihn anrühret in solcher seiner Schwachheit wenn er schwitzet, daß er von solchem anrühren gar leicht angesteckt wird, auch von dem anhauchen eines angesteckten, däS glaube er wahr zu sehn, weil ers von erfahrnen Medicis gehört, und sey er gewiß, daß sich andere Juden davon Nicht entschuldigen können, als die sich dessen wol bewust, und an vorbesagten Dingen schuldig. Dieser Bälavigny ist durch den See in einem Schiflc von Chillion nach Charcns geführt, zu besehen und zu weisen den Brunnen darin das Gisst gelegt worden, wie er ausgesagt hat, als er dahin kommen, hat matt ihn lassen außsteigen, und da er den Brunnen und den Ort da er . den Gisst gelegt gehabt, gesehen, hat er gesagt: das ist der Brunnen da ich den Gisst ^gelegt, disen Brunnen hat man in seiner Gegenwart untersucht, und das leinen Tuch, darein das Gisst gewickelt war, in des Brunnen Auslauffe gefunden, durch einen bsotariuia Pub. Heinrich Gcrharden, in bcyseyn vieler Leuthe, und ist dem besagten Juden gezeigt worden. Da hat er gestanden und bekannt, daß dieses das leine» Büchlein sei darin das Gisst gewesen, und das er in den offenen Brunnen gelegt gehabt, und gesaget, daß es von zweyerley Farben ׳sey, schwartz und roth. Dieses leinen Tüchlein ist mitgenommen worden, und wird verwahrt. Dieser Balavigny hat bekannt, daß