Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1861)
- Article
- Deutschland : Frankfurt, im Dez. 1860 [Nachricht]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- 228 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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228 falsche Gerüchte verbreitet worden seien, als ob einige aus derselben sich mit unter die Ungeheuer gemischt hätten, die das Feuer der Feindschaft und der Unruhen gegen die Chrtsten-Gemeinde geschürt haben, und die jene barbarischen Gräuel begangen haben, die Gott aus unserm Gedächtnisse auslöschen möge. Um ins Besondere von der jüdischen Gemeinde unserer Stadt Damaskus zu sprechen, so kann ich dir in dieser Beziehung kein genaues Zeugntß crthetlen, weil ich im Augenblick der Unruhen außerordentlich beschäftigt war zu schützenundzü retten, was ich leider nur zu wenig konnte; — aber was ich sagen kann ist, daß ich nichts gesehen und erfahren habe, was gegen die Juden sprechen könnte. Gott schütze dich unter seinem Ftttig! Der, der so arm er ist, aus den allmächtigen Gott seine Hoffnung setzt. Abd-el-Ka der, Sohn des Mahi-Eddin. Den 5. Tag (Donnerstag) 2. Ncbch-el-Bani 1277 (18. Oct. 1860). /\ Pcsth, 15. Dez. Die fortwährend etnlaufenden Nachrichten über Komitatsversammlungen sind durchgehend s erfreulicher Natur. Von Interesse ist es, daß der Fürst Primas den in Gran praktizirendcn Mediziner ׳Di־.. Hoffmann, einen Inden, zum Mitgliede der Komitatskommission und zum Honorarphhstkus ernannt hat. Mainz, im Dezember 1860. Als ein erfreuliches Zeichen der Zeit freuen wir uns aus unserer Stadt die Berufung eines Juden zu einem Richteramte melden zu können. Herr Leopold Goldschmidt ist in diesen Tagen zum Ergänzungsrichter am Groß. Hess. Handelsgcrichte ernannt worden. Berlin, 7. Dcc. Dr. Chronik ״Rabbiner aus Amsterdam" weilt zur Zeit in unserer Mitte. Wie, werden die Leser dieses Blattes fragen, ist das ein solch bedeutsames Ereigniß, daß der Jeschurun davon Notiz zu nehmen veranlaßt sei? Nein gewiß nicht. Aber Dr. Chronik predigt Sonntag den 9. Der. in dem Locale der hiesigen Reformgemeinde und das ist, meiner Ansicht nach, ein Moment, welches wohl angemerkt zu werden verdient. Eine einzelne Thatsache trägt oft neues Licht in die Vergangenheit und läßt sie in ganz andern Farben erblicken, als die sind, in welchen man sie bis dahin gemalt; und so könnten auch wohl die ״Vorgänge in Amsterdam", die, hervorgerufen durch Dr. CH-, ihrer Zeit nicht alletu die Runde durch alle jüd. Blätter gemacht haben, denen besondere Leitartikel gewidmet wurden, sondern die auch ihren Weg in die Tagespresse gefunden, in ein neues Stadium getreten sein. Es wa- ׳j ren das bedauerliche Zustände! Ein Mann, der sich die hohe Aufgäbe gestellt, eine tüchtige Religionsschule zu gründen und einen geregelten Gottesdienst einzusühren, wird mit Steinwürfen begrüßt und