Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1861)
- Article
- Deutschland : Frankfurt, im Dez. 1860 [Nachricht]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- 226 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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226 viele der angeseheneren Mitglieder derselben sich in die Häuser der Muselmänner fluchteten, aus Furcht ermordet zu werden, wenn sie in ihren eigenen Häusern bleiben würden. Ich weiß nicht, daß irgend Jemand Ihrer Nation der Thetlnahme an den Mißhandln«- gen der Christen überwiesen worden sei. Es waren einige dieses Verbrechens angeklagt und gefangen gehalten, aber ich ersuchte S. H. Fuad Pacha, eine genaue Untersuchung mit ihnen vorzunehmen und sie, wenn schuldlos befunden, sreizulassen, was, wie ich glaube, geschehen ist oder eben geschieht. Es ist mir nicht bekannt, daß sich trgend ein Jude während der Schreckcnszeit schlecht benommen hat; und die Anschuldigungen, höre ich, scheinen das Resultat von Vorurtheil und böswilliger Eingenommenheit gegen die Juden zu sein und in keiner Weise auf Thatsachen zu beruhen. Ich habe die Ehre, mein Herr, mit Achtung ihr gehorsamer ergebener Diener zu sein. (Unterz.) James Briant. An Rabbi Joseph Perez, Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde zu Damaskus. II. Mein Herr! In Erwiederung Ihres heutigen Briefes, in welchem Sie meine Meinung über das Benehmen der israelitischen Gemeinde während der Katastrophe im Christenquartier und die Anschuldigungen und Anklagen gegen eine ziemlich große Anzahl Inden zu hören wünschten, habe ich die Ehre Ihnen folgendes mitzutheilen. Es weiß es ein Jeder, daß das Judenquartter damals ebenso bedroht war, als das Christenquartier, und Keiner traute der Drusen- und Muselmännergarde, denen ihr Quartier zum Schutz anvertraut war, weder soviel Kraft noch soviel guten Willen zu, es zu beschützen. Deßhalb hatte sich der größte Theil der Juden ins muselmännische Quartier geflüchtet und der übrige wagte sich nicht außerhalb seiner Häuser zu zeigen. Die Behauptung nun, die Juden von Damaskus könnten an der Verheerung des Christenquartiers Theil genommen haben, ist ebenso lächerlich als verläumderisch. Glücklicher Weise ist die Masse der christlichen Bevölkerung entrüstet über die Anschuldigungen, denen Ihre Glaubensgenossen bis heute ausgesetzt sind, und es ist unbekannt, daß irgend ein katholischer, protestantischer, armenischer, maronitischer oder syrischer Christ etwas gegen einen Juden in der fraglichen Sache beabsichtigt habe. Alle Ankläger der Juden sind Griechen und dadieLmte, durch deren Einfluß diese Anschuldigungen entstehen, wohl bekannt sind, so wird es nicht schwer werden, die Fol-