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Jeschurun · 1860-11-01 · Heft 2 (November 1860) · p. 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 2 (November 1860)
Article
Deutschland : Wien [Nachricht]
Date
1860-11-01
Page
131 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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131 sen Herren einen angenehmen Kitzel und darum protegirt man die ״Kirchenzeitung" und ihre Mitarbeiter. Aus Böhmen, 12. Sept. In Bcraun und in andern kleinen Städten haben bedauerliche Exceffe gegen die In den! stattgcfnnden, angeblich weil diese sich die Gewerbefreihcit zu Nutzemachcn, was allerdings eine sehr harmlose Veranlassung ist. Dem Einschreiten der Behörden ist es zwar zu verdanken, daß es nirgends zu ernsten Auftritte» gekommen und cS bei Fenstereinschlagen und Katzenmusiken geblieben ist. Allein als beachtcnswerthe Symptome sind derlei Vorgänge doch anfzufassen, wenn man bedenkt, daß bet uns von scher derartige Vorfälle die Vorläufer ernsterer Bewegungen gewesen sind. Traurig aber ist es, daß bei uns der ״Judenhaß" von Leuten genährt wird, die sich einbilden, auf der Höhe der Zeit zu stehen, und bei derlei Hetzereien vergessen, baß sie durch solche Umtriebe gerade den Dunkelmännern in die Hände arbeiten. (D. A. Z.) — In den Rethen der österreichischen Armee dienen im Ganzen etwa 12,000 Soldaten jüdischen Glaubens, unter welchen mehr als 500 Officiere, Aerzte (die ebenfalls Officiersrang haben) und Militärsrechnungsbeamte. Von den übrigen bekleiden sehr viele Unterosstcierschargen. Die Charge der Rcgimentsärzte ist den Juden erst seit dem Jahr 1848 zugänglich, die Zahl der Unterärzte ist eine sehr große. Auch in den Militärerziehungsinstituten befinden sich jüdische Cadettcn, die sich zu Officieren heranbilden. Fürth, im Tischri. Das verflossene Jahr hat im Ganzen seinen wohlthätigen Einfluß auf die Verhältnisse der Juden in Bayern geübt. Manche Schranke mittelalterlicher Gesetzgebung ist gefallen und werden den Fall der noch übrig gebliebenen nach sich ziehen. Zu den bedeutendsten Errungenschaften jedoch glauben wir die in Folge der Bemühungen mchrer geachteten Männer erlangte Dispensation der israelitischen Schulaspiranten vom Besuche der K. Schulseminarien rechnen zu-dürfen, und sie ist es auch weil wir dadurch einer hoffnungsvolleren Zukunft für die religiöse Ausbildung unserer Kinder und Zöglinge cntgegensehcn können. Im einem früheren Hefte dieser Zeitschrift ward schon auf die Mangelhafte Ausbildung der jüdischen Lehrer aufmerksam gemacht und wir könnten diese traurigen Zustände noch durch viele andere Fakten erganzen. — Der Grund dieser mangelhaften Ausbildung lag Hauptsächlich in dem Besuche der Seminarien, der für die Lehrer obligat war. Die Unterrichtsgegenstände (gleichfalls alle obligat) nahmen den größten Thetl der Zeit in Anspruch und die Seminaristen verwandten zu Erlangung und Erhaltung ihres jüdisch religiösen Wissens nur 2 bis 3 Stunden wöchentlich. Diese waren auch obligat um

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