Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1860)
- Article
- Preßprozeß Sebastian Brunner contra Ignaz Kuranda
- Date
- 1860-10-01
- Page
- 48 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932893-2945167--06015-2945223- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
48 Preßprsreß. heit, auf Lieblosigkeit; solche Spekulanten gab es auch in früher« Zetten. Pfefferkorn war ein solcher Spekulant. Dr. Berg er: Ich habe noch einige Vorlesungen zu beantragen rückstchtlich des Anklagepunktes, daß D<-. Brunner seine Artikel nach Art des Vehse zu Stande bringe. Dr Brunner bringt nämlich über Kossak und Dreier falsche Angaben und beruft sich aus den Oberrabbtner Fabius. Ach deponire hier ein Ortgtnalschretben des Herrn Kossak, den Taufschein desselben und eine Nummer der Berliner ״Montagspost", wo er bestätigt, daß er dieses hierher geschickt habe. Die betreffenden Stellen werden verlesen. Es handelt sich um Aufsätze, in welchen Herr Brunner diesen oder jenen Autor willknrltch zum Juden stempelt und dann in Schmähungen sich ergeht. So wird etu anonym erscheinender Roman der ״Morgenpost" von Herrn Brunner allsogleich dem ״Juden Dreier" untergeschoben, während es schließlich sich herausstellt, daß er von einem Andern ist. So wird Seite 60, Jahrgang 1860, Ernst Kossak in Berlin zum Juden gemacht und bei dieser Gelegenheit ein Aufruf an die deutsche Christenheit gerichtet. Dr. Brunner: Das ist ein Jrrthum, ist aber auf der andern Seite berichtigt, wo es heißt, daß er nicht Jude ist. Ich kann mich auf meine Correspondenz verlassen. Präsident: Es steht aber an der betreffenden Stelle nicht, daß er kein Jude ist. Dr. Berger: Ich bitte weiter zu verlesen aus dem Jahrgänge 1859 Seite 689, 665 und 667, wo von einem Buche des Oberr ab bin e r Fabius von Lyon gesprochen wird. (Die betreffenden Stellen werden vorgelesen.) vr. Berger erlegt nun eine amtliche Mittheilung aus Lyon des Inhalts, daß dort ein Rabbiner oder Oberrabbiner Fabius nicht existire und nie exifttrt habe, ja, daß in ganz Frankreich kein Rabbtner dieses Namens sei. vr. Brunner: Das ist eine ungeheure Lüge, das Buch des Fabius extsttrt hier in Wien in zwei Exemplaren. Präsident: Ich bitte, die Vertheidigung nicht zu unterbrechen. vr. Berger: Ich wende mich nun zu den Punkten rückstchtlich der Skandalsucht. Seite 53 des Jahrganges 1859 bitte ich vor-