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Jeschurun · 1860-08-01 · Heft 11 (August 1860) · p. 624

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 11 (August 1860)
Article
Deutschland : Altona [Nachricht]
Date
1860-08-01
Page
624 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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624 wir die Wahl unserer städtischen Vertreter ausübten, zwei Mitglieder der israelitischen Gemeinde resp. als Stadtverordnete und Depntirte-Bürger fungirt und hat man nie vernommen, daß ihr religioseö Bekenntniß sie in der gewissenhaften Ausübung ihrer bürg erlichen Pflichten behindert hätte. Auch hat sich in unseren Stadt-Collegien noch kein Kreuzritter von Blankenburg gefunden, der mit Recht dafür der Bearbeitung durch den ״Kladderadatsch" anheim siel, daß er wohl mit einem Juden aus demselben Glase trinken, oder in einem Bette schlafen, ihn aber nicht Richter werden lassen wollte. Im Gegentheil sind unscre Stadtkollegien schon vor 7 Jahren für die bürgerliche Gleichberechtigung der hiesigen Israeliten aufgetreten. In der gemeinschaftlichen Sitzung am 7. Dezember 1853 (man vergl. das in Nr. 195 des Jahrgangs 1853 der ״Alt. Nachr." abgedruckte Protokoll) motivirte der Dehutirte-Bürger Splett folgenden Antrag: ״Die Stadtcollegien wollen beschließen, eine Vorstellung bei den betreffenden Behörden dahin abzngeben, daß es für die Stadt Altona wünschenswerth sei, wenn bet Erlassung der Allgemeinen Städtevrdnung daraus Rücksicht genommen werde, daß in der Stadt Altona den mosaischen Glaubensgenossen das Recht deputirte Bürger zu wählen und als solche gewählt zu werden, nach wie vor erhalten bleibe." Das Protokoll sagt weiter: ״Nach stattgehabter Dtscussion, welche sich übrigens nur auf die Frage bezog, ob es nach der durch die ständische Behandlung des Entwurfs der Allgemeinen Städteordnung gegebenen formellen Sachlage angemessen sei, den in dem Anträge berührten Gegenstand jetzt zur Sprache zu bringen, wurde der gestellte Antrag einstimmig genehmigt und beschlossen, die beantragte Vorstellung an das Ministerium für Holstein und Lauenbürg z» richten." Ueber das Schicksal dieser Vorstellung findet sich weder in den Protokollen der holsteinischen Ständeversammlung Etwas, noch ist sonst das Mindeste darüber zur öffentlichen Kunde gekommen. Trotzdem ist man im Allgemeinen der Ansicht, daß sich in der Stände- Versammlung wohl eine Majorität gefunden hätte, welche den Israeliten die in Rede stehende Wählbarkeit speciell für Altona ׳־ bewilligt hätte, zumal da von unser» drei Abgeordneten eine kräftige Befürwortung gewiß erfolgt wäre. Nachdem, wie gesagt, die ganze Angelegenheit 7 Jahre geruht hat, dürfte es wohl an der Zeit sein, daß unsere Stadtcollegien dieselbe der Vergessenheit wieder entrückten. Es stehen uns demnächst Neuwahlen für die Ständeversammlung bevor, der wahrscheinlich bald eine Einberufung derselben folgen dürfte; wird nun nicht in der ersten Versammlung der Stadt Altona das beantragte

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