Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1860)
- Article
- Schweiz [Nachricht]
- Date
- 1860-06-01
- Page
- 510 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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len vertreten; sie erklären sich entschieden als Verfechter der Emancipatton der Juden im Schweizerlande. Der ״Landbote" beweist in einem bcmerkenSwerthen Artikel, daß die bürgerliche Gleichheit der Schweizer Juden in gleicher Weise von der Humanität, der Gerechtigkeit, der Religion und einer gesunden Politik gefordert werde. Die Züricher Zeitung weist darauf hin wie erniedrigend der jetzige Zustand dieser Angelegenheit für die Schweiz ist, indem man ihr vorwerfe, daß eine Republick Menschenrecht und Menschenwürde weniger als weit minder fortgeschrittene Monarchien zu schätzen wisse. Bet dem allgemeinen Aufschwung der Geister und der Bewegung der Gemüther in diesem seiner Wiedergeburt zustrebenden Lande sehen wir mit Freuden unsere jüdischen Brüder überall mit Auszeichnung die Interessen des Tages vertreten und die Bestrebungen der Nation in hervorleuchtender Stellung theilen. ״Der Educatore Jsraelita" berichtet eure Reihe von Momenten, in welchen jüdische Jünglinge und Männer von den nationalen Kreisen, denen sie angehören, zu Dolmetschern ihrer Gesinnungen und zu Vertretern ihrer Interessen gewählt worden. Universitäten nnd Collegien wählen jüdische Studenten zu Herolden ihrer nationalen Gefühle, jüdische Männer zu Vertretern ihrer Interessen in der neuen Kammer des Königreichs, sowie Städte jüdische Bürger in die Räthc ihrer Communalverwaltungen. Nicht minder werden Juden durch militärische Beförderungen und durch Ordensverleihungen für ihre Verdienste um das Vaterland und die Wissenschaft ausgezeichnet. In Florenz ist ein Jude zum Leiter der Ministerien der Finanzen und der öffentltchcn Arbeiten ernannt worden. Schweden. Stockholm, 1. Mai. Der Priesterstand hat die vom Cvnstttutivns-Ausschussc empfohlenen Anträge auf Wahlberechtigung der Juden bei den Wahlen der Reichstags-Abgeordneten und ausUebertragung der Funktionen eines Geschwornen in Preß-Proceffen an die Juden abg elch nt. Der lctztgedachte. Punkt ist auch vom Adelstaiche verworfen worden. Stockholm, 15. Mai. Nach einer lebhaften Discussion und erfolgter Abstimmung hat der Occonomie-Ausschuß heute dem vom Freiherrn W. F. Tersmeden eingereichten Vorschlag zugestimmt, daß die Stände des Reichs um Ausfertigung einer Verordnung anhalten möchten, durch welche unter Aufhebung eines Paragraphen in der k. Verordnung vom 30. Juni 1838 festgesetzt würde, daß die in Schweden geboruen oder vom Könige zu schwedischen Untertha-