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Jeschurun · 1860-05-01 · Heft 8 (Mai 1860) · p. 441

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 8 (Mai 1860)
Article
Deutschland : Wien [Nachricht]
Date
1860-05-01
Page
441 (sequence 2)
Language
German
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441 Frieden der Bevölkerung jener Provinz stören könnte. Hierzu macht die ״Oesterr. Zeitung" folgende Bemerkung: ״So weit ist doch wahrlich Se. Heiligkeit selbst gegen die piemontesischen Kirchenräuber nicht vorgegangen. Man frage überhaupt die bet den Inden verwendeten Dienstboten, ob sie sich über eine inhumanc Behandlung zn beklagen haben, ob sie jemals in der Aus- Übung ihrer religiösen Obliegenheiten gehindert, und ob sie nicht vielmehr sehr häufig von den Dienstgebern selbst zum Besuche der Kirche ermuntert, sogar streng aufgefordert werden. Keinenfalls dürfte das Dienen bet Juden hoher als Kirchenraub auzuschlagen sein." Der ״Ostd. Post" werden aus Rzeszow (Galizien) folgende fanatische Aeußerungcn eines katholischen Priesters gegen die I uden mitgetheilt: In den abgclaufeucn Osterfctertagen machte der Herr Pfarrer JllinSki die allerhöchste Verordnung, wornach den Israeliten gestattet wurde, ohne vorhergegangene behördliche Bewilligung christliche Dienstboten zu halten, zum Gegenstände seiner Predigt. Dieselbe begann ihren eigentlichen politischen Inhalt mit folgenden Worten: ״Die kaiserliche Regierung gestattet den Juden, christliche Dienstboten zn halten, die Kirche jedoch verbietet dieses." Hieraus verbreitete sich die Rede über die Verworfenheit der Juden und deren Unwürdigkeit, dasi ein Christ sich ihnen nähere: ״Den Juden soll von den Christen in keinem Falle Betstand, in keiner Noth Hülfe geleistet werden. Wer bei einem Juden in Dienste steht und mit ihm unter einem Dache wohnt, wird von der katholischen Kirche geächtet. Einem solchen Christen wird kein Sakrament gespendet, sein Leichnam wird wie der eines Selbstmörders begraben. Die Kirche zieht ihren Segen von ihm zurück und verflucht ihn u. s. w." Im ähnlichen Sinne ist auch in anderen Kirchen dieser Divcese aus Anlaß des Hirtenbriefs, welchen der zum Erzbischof ernannte Bischof von Przemysl, Hr. v. Wierzchlejyki, publicirte, während der Ostern gepredigt worden: ״Der Jude soll und darf keine Scholle unserer heiligen Erde besitzen, er soll von euch nicht ein einziges Ackerbcet erhalten, es soll ihm kein Körnchen eurer Ernte geborgt oder verkauft werden, ihr sollt ihm in keiner Weise behülfltch sein״ daß er christlichen Grund und Boden benütze oder gar besitze, ihr sollt besonders Ihm weder dienen noch arbeiten, ihr sollt euch ganz von den Inden zurückzieheu u. s. w." — Die ״Ostd. Post" spricht sich in würdigster Weise gegen diese lieblose Predigt aus. Berlin, 26. März. ״Gott segne die Abstimmung des Herrenhauses, durch welche alle Mitglieder die dauernde Stärkung der Krone und das Wohl des Landes beabsichtigen!" Mit dieser Ge-

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