Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1860)
- Article
- Deutschland : Wien [Nachricht]
- Date
- 1860-05-01
- Page
- 440 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Zefchurun. Sechster Jahrgang. Beiblatt zum Maiheft. Ausgegeben den 1. Mai 1860. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland« Wien, im April. Der Kaiser hat einer galiztschen Judenj deputation geantwortet: ״Ich habe die Erlässe mit freudigem | Herzen gegeben und werde im Geiste derselben fortfahren, hoffend, \ daß sie zum Heil und Segen des Reiches gedeihen werden." Aus Galizien wird dem ״Wanderer" die Veröffentlichung; eines Hirtenbriefes des Erzbtschoses von Przemysl gemeldet, welcher 5 alle jene Christen, welche bei den Juden in Diensten stehen, oder künftighin in Diensten stehen sollten, mit kirchlichen Strafen be-! droht: es sollen denselben alle kirchlichen Wohlthaten der Sündens Vergebung, der letzten Oelung, ja sogar des kirchlichen Begräbnisses entzogen, daher eine förmliche Ercommunication über sie verhängt werden. — Nun gestatten bekanntlich jüngste Erlasse der Regierung den Juden, Grundbesitz zu pachten und Güter zu bewirthschaften, was ohne christliche Dienstboten einfach unmöglich ist, ferner erlaubt ein anderer Mtnisterialerlaß den Juden ausdrücklich das Halten christlicher Dienstboten und eben so ist letzteren gestattet, derlei Dienste zu übernehmen. Die Kirche aber denkt anders und Oesterreich ist um ein neues Beispiel des durch das Concvrdat zwischen Staat und Kirche geschaffenen Friedens reicher. Wien, 10. April. Auch der ״Presse" zugekommene Berichte i erzählen, daß in Westgaltzien während der Charwoche mehrere j Pfarrer Personen christlichen Glaubens, welche bei Juden dienen,! .nicht zur Beichte zugelassen haben, und daß in mehreren Kirchen, j namentlich in Rzeszow, von den Kanzeln herab verkündet worden! ist, jenen katholischen Christen, die bei Juden dienen, würden bis! zur Auflösung dieses Dienstverhältnisses die kirchlichen Wohlthaten \ der Sündenvergebung, der letzten Oelung und des kirchlichen Be- \ gräbniffes vorenthalten werden. In Folge dessen hat eine größere Judengemeinde Westgaliziens bereits eine Deputation nach Wien entsendet, um bet der Staatsregierung Hülfe gegen einen Vorgang zu erbitten, welcher möglicher Weise den confessionellen j