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Jeschurun · 1860-05-01 · Heft 8 (Mai 1860) · p. 419

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 8 (Mai 1860)
Article
Das Hamburger Attentat
Date
1860-05-01
Page
419 (sequence 4)
Language
German
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Das Hamburger Attentat. 419 Das ist entschieden im göttlichen Gesetze und dagegen ist, mir wagen mit vollster Entschiedenheit die Behauptung, — in der Weise wie in der Jette Cohn'schen Sache in Hamburg — so lange Juden Juden stnd, noch nie gesrevelt worden. Wir rufen alle Annalen der jüdischen Geschichte und der jüdischen religiösen Rechtspraxis zu Zeugen. Nicht daß seitdem die Donner des Sinai das לא חנאף vor לא חמר und nach לא תרצח vernommen, gegen dieses Gebot nicht gefrevelt worden. Es hat Ehebrecher und Ehebrecherinnen gegeben wie eS Diebe und Mörder gegeben. Allein wie Diebstahl und Mord wohl begangen, aber nimmer sanktiouirt worden, so ward Ehebruch geübt, aber er stand ewig vom Gesetz verurtheilt da. Das Verbrechen ward begangen, aber das Gesetz blieb unangetastet. Der Ehebruch ward begangen, allein es fand sich keine jüdische Behörde, die den Ehebruch als ״Ehe" eirizuregtstriren befahl, aber es fand stch kein ״Rabbiner" und kein ״israelitischer Prediger," die nun zu dem Ehebrecher und der Ehebrecherinn hinangetreten wären, und hätten ihren Ehebruch im Namen des allmächtigen Gottes, der sein לא־חנאף gesprochen, eingesegnet und hatten mit blasphemtrender Ironie ihr המקדש עמו ישראל לי חופה וקידושין gebenedeit — und — wir sagen es mit tiefem Schmerze — es fand sich keine Gemeinde, die zehn Jahre lang die äußerlich loyale Fortdauer eines solchen ehebrecherischen Verhältnisses unter sich geduldet hätte, und nun zum wiederholten Male den erneuten Frevel mundtodt unter sich hätte dulden müssen — Nicht das Verbrechen, wir wiederholen es, die Legalisirung und die Sanktionirung beö Verbrechens ist der unerhörte Frevel, der das Judenthum in feinen Grundvesten erschüttert und das heiligste Palladium der Judenheit, die von Gottes Normen getragene und gepflegte Reinheit des Familienlebens in seinem tiefsten Nerv ertödtet. Und dieser ganze unerhörte Vorgang ist nur ein Symptom, ist nur ein Wahrzeichen für Alle, die sehen und hören wollen und in deren Herzen noch ein Pülsschlag dem Judenthum äugehört, wohin wir mit all den seit fünfzig Jahren hervorgewucherten Versuchen auf dem Gebiete des Judenthums gerathen sind, ist ein

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