Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1860)
- Article
- Ijar
- Date
- 1860-05-01
- Page
- 410 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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410 Zj«> lauter redend — einen Protest eingelegt gegen die heidnische Hcse in dem zur Klarheit sich gährcndm Wein der Ueberzeugungen der Menschen. Die stille, aber doch weit über das Gewicht seiner numkrischen oder materiellen Größe überall auffallende und anstoßende Gegenwart des Anden Hub doch immer mehr und mehr zur größer« Schärfe das Bewußtsein hervor, daß es doch jenseits der von den Hierarchen der Völker präconisirteu Lehren noch ein Feld der Ueberzeugung gebe, das sich — still aber entschieden — verneinend verhält gegen Alles, was in diese Lehre» der Hierarchen aus dem überwundenen Heidenthum zur Trübung des ans jüdischen Händen empfangenen alten göttlichen Vermächtnisses mit hinübergenvmmen, — ein Feld, in dem der Mensch frei und allein steht mit seinem Gott und zwischen sich und seinem Gotte keine Lücke bietet, in welche der Wahn und der Ehrgeiz und das Interesse das Nest ihrer Herrschaft hineinzubanen vermöchten, und das von diesem Gotte aus ein Geistes- und Gemüths-Leben und ein Leben der Kraft und der That zu entwickeln versteht, das in das Sehfeld seiner Erkenntniß den Himmel und die Erde und in das Gebiet seines Strebens alles Menschliche mit der menschlichsten Begeisterung umschließt, — ein Feld von Ueberzeugungen, das, ausschließlich von jenem alten ungetrübten Gottesvermächtmß geirageu, seinem Betenner den kühnen Math verleiht ׳— wenn es sein muß — Verzicht zu leisten auf alle anderen geistigen und materiellen Hebe! des Glük-?es und des Heiles um, allein mit Gott und seinem auSgesprochenen Willen, ein an Erkenntniß, Tugenden und glorreicher Menschenthat reiches Leben auznstrebeu und — hu großen Ganzen — ./''auch zu erreichen, das trotz Kerker und Scheiterhaufen, trotz Speichelwurfs und Druckeshohns einer ganzen Welt, diese Welt um ihr stolzes Glück zu beneiden keine Neigung spührt — — Diese stille Mission der jüdischen Thatsache hat schon unendliche Früchte getragen — und seitdem nun jenes alte jüdische Gottesvermächtntß in der Sprache der Völker Gemeingut dieser Völker geworden und mit seinen Anschauungen und Begriffsbildungen in diese Sprache selbst, diese Wurzel alles Geistes- und Gemüthslebens, gedrungen; — seitdem die edelsten, und mit ihren geistigen Schöpfungen den wichtigsten Einfluß übenden Geister der Völker bewußt und unbe-