Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 7 (April 1860)
- Article
- Augensprache
- Date
- 1860-04-01
- Page
- 373 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Von vr, B. Placzel. 373 Und der Geist der folget nur Noch der leisen dunkeln Spur Der Gewohnheit im Gestalten. Seiner Willkür freies Walten Bant sich schöpf'risch ohne Müh' Seines Daseins Wolken Welt; Baut sie — bet der Phantasie Zweifelhaftem Dämmerschein Aus den Tropfen, die entquellt Dem gewaltigen Strom des Lebens Und verdampft emporgeschnellt Von der Gluth des Menschenstrebens — - Die dann Mutterliebe fein Dnfteie in's Haupt hinein. — Und den Grund pflegt er zu senken In das letzte wache Denken; Fuget lock'rer immer fort, Schwellend hier, zerfließend dort, Drollig so und sonderbar Reihend der Gebilde Schaar An der Laune loses Haar. י— In ihr wirres Wechselfchwanken Laßt die klare Außenwelt Haltgebietend ein sich ranken Durch der müden Sinne Lücken Zarte Wurzeln von Eindrücken: Heimlich Schillern, Duften, Schallen, Fröstelnd Wehen, heißes Wallen, Läßig Lehnen, leichtes Fallen ... Und mit Blitzes Schnelligkeit, Unbeengt von Raum und Zeit Schafft der Geist nun schrankenlos; Jählings müssen riesengroß Jene Sprossen sich entfalten, Wunderlich und ehrfurchtbar,