Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Deutschland : Karlsruhe [Nachricht]
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 288 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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288 Abg. Schwarzmann die Berichterstattung über diesen Gegenstand zugewiesen, und es sollen, wie man vernimmt, die Mitglieder der Com- Mission günstig für die Petenten gcstimnit sein. Unserer Ansicht zafolge, konnten sie auch keinen günstigern Zeitpunkt wie den jetzigen wählen, der ihren bisher verkannten Glaubensbrüdern im Osten eine größere Freiheit in ihrer bürgerlichen Stellung in Aussicht stellt. München, 3. Jan. Man liest im ״Frank. Kur.": ״Außer der Beförderung Boxss und der Wiederzulassung des früheren Landtags-Abgeordneten Dr. Rubener zur ärztlichen Praxis bezeichnet den Geist und die Anschauungsweise unserer jetzigen Regierung aus diesem Gebiet eine neuere Beförderung: die des Dr. Engelmann, Assistenzwundarzt bet der Irrenanstalt zu Jrsce, zum dirrgirendeu Arzt an der Anstalt St. Georgen bei Bayreuth. Dr. Engelmann ist ein ausgezeichneter junger Mediciner, aber Israelit; dadurch gewinnt diese Beförderung Bedeutung, weil es der erste Fall in Bayern sein dürfte, in welchem ein Jsraelite zu einer solchen Stellung berufen wurde." Schweiz. St. Gallen. Die ,,St. Galt. Ztg." meldet etwas unklar: einem Wunsche auf Zurücknahme des Beschlusses, wonach einigen Israeliten das Halten von Magazinen auf hiesigem Platze vcrboten wurde, ist der Gemeinderath der Stadt St. Gallen auf diesem Beschlüsse stehen geblieben. Italien. Florenz, 4. Jan. Zur Beglückwünschung am neuen Jahr hatten auch die Juden eine Deputation an den Ministerpräsidenten Rtcasolt abgeschickt. Dieser Deputation antwortete Rieasoli unter Anderm, daß für ihn und seine Regierung sich der Unterschied der Religion nur auf die Beziehungen zwischen Gott und dem Jndivtduum beschränke; daß die Staatsbürger für die Regierung alle gleich sind und gleich sein müssen, und daß er sich Glück wünsche, daß die Juden immer gute, für die italienische Sache glühende Bürger sein werden. Die amtliche ״Gazetta di Parma" bringt eine Mttthetlung der Regierung, worin die Angabe über die Verhaftung des Paters Feletti in Bologna berichtigt werden. Die Festnahme des Paters erfolgte nur auf Betrieb der Familie Mortara selbst, und die Fest- Haltung desselben in Haft wurde verfügt, weil der Pater nicht im Stande war, sich wegen der von zahlreichen Zeugenaussagen erhärtetcn Anklage auf Kindesraub zu rechtfertigen. Uebrtgens wird, wie die amtliche ״Gazzetta" hinzufügt, der Pater mit den ihm zustehenden Rücksichten im Gefängnisse des Justiz-Palastes behandelt wo er in Hast gehalten wird, bis die Voruntersuchung in der