Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1860)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1860-02-01
- Page
- 287 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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- Piła 1× ep/1048100
- Wetzlar 1× ep/1046005
OCR text
hin getroffen habe, daß Ihnen Ihr gesetzliches Recht auf Theilnähme an den KrcisständtgeN Berathungen nnverkümert gewährt wird. Berlin den 13. Jan. 1860. Der Minister des Innern." Berlin, im Jan. Wie der ״Volks-Zeitung" aus Kolb erg geschrieben wird, hatte sich der dortige jüdische Particulier Sußmann bei der Regierung zu Eöslin gegen den an der Kolberger höheren Töchterschule angestellten Lehrer Bethge deßhalb beschwert, weil derselbe seine, Sußmann's, Tochter blutig geschlagen und jüdtsche Schülerinnen mit spöttischen Reden gekränkt habe (er soll z. B. zu denselben sich der Anrede bedient haben: ״Schmuel Jtzig, komm' mal vor!"). Die Regierung hat, wie die ״Volks-Ztg." weiter meldet, die Beschwerde für begründet erachtet und gegen den Lerer»eine Ordnungsstrafe von Einem (!) Thaler verhängt. — Die Lehrer des erst ganz kürzlich gestifteten Gymnasiums in Phritz (Pommern) beabsichtigten, einen wiffenschaftltchen Verein zu bilden, welcher vor den Einwohnern jener Stadt, die sich dafür interessirten, regelmäßig Vorträge halten sollte. Auch ein Arzt erklärte sich bereit, dabei thätig mitzuwirken; der Director des Gymnasiums aber (früher in Wetzlar) perhorresctrte das ganze Projcct ans keinem andern Grunde (wie Prutz' Stettiner ״Montags-Ztg." erzählt), als — weil jener Arzt ein Jude sei. Der Verein kam nicht zu Stande. Stettin, 30. Der. Von der Stadt Schneidemühl (6500 Einwohner) ist, wie die ״Pr. St. Ztg." berichtet, der jüdische Kaufmann Lewin Herz zum Vertreter auf dem Kreistage gewählt und gestern vom Landrathe Grasen v. d. Goltz auf dem Kreistage zu Chodziesen eingeführt worden, ohne Protest von irgend welcher Seite. Vom badischen Mittelrhein, 30. Dec. Die ״Bad. Landeszeitung" enthält in Nr. 305 einen Artikel, in welchem darauf hingewiescn wird, daß auch in Baden, nicht in Oesterreich allein, in Beziehung auf die Verhältniffe der Juden noch mittelalterliche Zustände bestehen. Der Verfasser berührt die Stellung des Obcrraths der Israeliten, die Schwierigkeiten der Bürgerannahme, das theilweise Fortbestehen des schutzbürgerlichen Verhältnisses, das Abschließen vieler Gemeinden gegen die Niederlassung von Juden und die Beitragspflicht der jüdischen Grundeigenthümer zu Kirchen- und Schulbauten der christlichen Confesstonen ohne Gewährung der Gegenseitigkeit. Die ״Landeszeitung" verfolgt auch in dieser Beziehung eine freisinnige Richtung. Karlsruhe, 17. Jan. Im Laufe der gegenwärtigen Landtagspertode sind schon viele Petitionen von israelitischen Gemeinden und Synagogen-Räthen des Landes wegen ihrer bürgerlichen Gleichstellung, also um Aufhebung des §. 58 des BürgerrechtsgeseHes eingelausen. Die Petitionseommtssion hat dem