Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1860)
- Article
- Worte bei der Schulfeier der Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M.
- Date
- 1860-01-01
- Page
- 194 (sequence 7)
- Language
- German
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194 Worte, gesprochen bet der Gchtllerfeier ״Du hast gehofft, dein Lohn ist abgetragen, Dein Glaube war dein zugewogenes Glück, Du konntest deine Weisen fragen: Was man von der Minute auSgeschlagen, Gibt keine Ewigkeit zurück." Wenn er in diesen wenigen Worten die Seligkeit besingt, die jede treu verlebte Minute des Strebens, Entbehrens und Duldend im Bewußtsein eines höheren Zieles gewährt, wenn er es gesungen, daß, wer es nicht versteht, die Seligkeit zu kosten, die jede Minute, auch die ärmste, unglücklichste, entbehrungsreichste dem, wie es Schiller's angestammte Sprache nennt, gläubigen Gemüthe zu gewähren vermag, daß der auch die Seligkeit der Ewigkeit nicht voll empfinden würde weil die Seligkeit, die dem glaubensreichen Gemüthe schon jede irdische Minute bringen sollte, kaum von der Seligkcit erreicht werden kann, die die Ewigkeit zu bieten vermöchte — -wenn er die Freiheit besingt und die Tugend und Gott: ״Der Mensch ist frei und wär' er in Ketten geboren" — ״Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht, Vor dem freien Menschen zittert nicht!" ״Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall, Der Mensch kann sie üben im Leben, Und sollt' er auch straucheln überall, Er kann nach der göttlichen streben" ״Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt, Wie auch der menschliche wanke, Hoch über Zeit und dem Raume webt Lebendig der höchste Gedanke, Und ob Alles in ewigem Wechsel kreist, Es beharret im Wechsel ein ruhzger Geist." Wenn er in den Kreis der Familie uns führt und singt von der Würde der Frauen, wie: