Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 176 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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176 vorgcrufcn. Die Sache wird voraussichtlich in der künftigen Session wieder zur Sprache kommen. Wie man Hort hat sich der Minister des Innern, Graf Schwerin, im Sinne der liberalen Interpretation ausgesprochen. Die ״Krenzztg." schreibt: Mehrere Blätter bringen bereits bestimmtere Mitthcilungcn über eine angebliche Vorlage, die dem Landtage in Betreff der Zulassung der Juden zu allen öffentlichen Acmtcrn gemacht werden solle. Wir glauben, dasi die Angelegenheit sich bis jetzt erst im Stadium des schriftlichen Botircns der einzelnen Mitglieder des Staatsministcrinms befindet, daß also eine Bcrathung und Bcschlußnahme darüber im Staatsministcrium noch nicht stattgefunden. Wie verlautet, haben die Minister v. d. Heydt, Simons und v. Bclhmann sich gegen die unbedingte Gleichstellung der Indcu ausgesprochen; eben so soll Hr. v. Schleinitz zu dieser Frage stehen. Graf Schwerin stimmt für Zulassung der Inden zu allen Aemtccn. Wir Horen übrigens, daß die Beschlußnahme über alle wichtigen Principicnfrageu im Staatsministcrium erst nach der gegcnwärtig erwarteten Rückkehr des Fürsten zu Hohenzollcrn staitsiudcu wird. In Nakel ist eine jüdische Elementarschule, an welcher, wie an mehreren solchen Schulen im Poscnschcn, der christliche Orts- Prediger Schnlinspcktor ist. In den Schulvorstand zu Nakel wählte die jüdische Gemeinde als Mitglied ihren Rabbiner. Herr Pastor Nischke protcstirte gegen diese Wahl; sic sei ein Ausfluß des wiedercrwachtcn Emancioationsgelüstcs. Die Sache wird Seitens der Judcngcmcinde noch auf dem Beschwcrdcnwegc betrieben: Herr Pastör Nischke aber inspicirt einstweilen den jüdischen Neligionsnutcrricht. — (S. B.) Taubcr-Bischo fshcim, im Octobcr 1859. Für den wahrhaft pflichttreuen Lehrer gibt cs wohl keinen süßern Lohn, als das Bewußtsein erfüllter Pflicht. Dieser Lohn wird aber doch noch gesteigert, wenn dem treuen, fleißigen Lehrer Anerkennung von Denen zu Theil wird, für die er sich abgcmüht, für die er Kraft und Zeit geopfert. — Einer solchen Anerkennung in ihrem ganzen Umfange hatte sich Herr Lehrer M. Fuld bei seinem Scheiden von der Gemeinde Taubcr-Bischofshcim zur Ucbernahme einer Lehrerstelle an der new gegründeten Schule zu Mainz zu erfreuen. Herr Fuld hat als treuer Lehrer vierzehn Jahre an der Schule zu Taubcr-Vischofshcim gewirkt und sich die Liebe und Hochachtung aller derer erworben, die Gelegenheit fanden, mit ihm zu verkehren. Seinen Schülern war er liebevoller Lehrer, aufrichtiger Freund und treuer Führer. Kein Wunder also, wenn bei feinem Scheiden alle Herzen mit Schmerz erfüllt sind.