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Jeschurun · 1859-12-01 · Heft 3 (Dezember 1859) · p. 174

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Journal
Jeschurun
Volume
6 (1859-1860)
Issue
Heft 3 (Dezember 1859)
Article
Wien : 6. Nov. [Nachricht]
Date
1859-12-01
Page
174 (sequence 2)
Language
German
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174 thäter vor den Chef der dortigen Polizeibehörde gefordert, woselbst ihm in Anwesenheit zweier Priester das Ansinnen gestellt wurde, die beiden Kinder herauszugeben. Der Handelsmann wollte nichts davon wissen und verweigerte die Herausgabe der Knaben. Am 20. October wurden ihm nun die Knaben von Amtswegen abgenommen. Man tröstete ihn damit, daß die Taufe aufgeschoben bleibt, bis aus Wien die weiteren Weisungen erfolgen. Man ist sehr gespannt auf die Entscheidung der Regierung. S. M.) Wien, lieber die Veränderungen, welche in der Stellung der Israeliten cintreten sollen, erfährt man bis jetzt nur wenig. Daß eine vollständige Emaucipatiou nicht zu erwarten sei, hat selbst die ״Wiener Zeitung" zugegeben. Wenn man aber die Ansichten berücksichtigt, welche noch dis vor Kurzem in den einflußreichsten Krcisen über die Stellung der Israeliten herrschten, so wird mau es schon als einen Fortschritt bezeichnen müssen, wenn eS sich wirklich bestätigen sollte, daß alle jene Bestimmungen fürderhin außer Kraft gesetzt werden sollen, welche mit den nationalökonomischen Jnteressen des Kaiserstaates im Widerspruch stehen. Wien, 17. Nov. Die ״Ostd. Post" reproducirt den Lemberger Artikel der ״Wiener Zeitung" für die Aufhebung einiger speziell die Juden in Galizien drückenden Ausnahmsmaßregcln. Dieselbe erkennt darin eine Anzeige bevorstehender wohlthätiger Erlässe, ״da sonst die vorsichtige -Redaktion des amtlichen Blattes jenen Bemerkungen gewiß keinen Raum gegönnt hätte." Was die ״Ostd. P." sonst noch über die Angelegenheit vernimmt, berechtigt sie zu der Annahme, ״daß die Regelung der bürgerlichen Verhältnisse der israelitischen Bevölkerung Oesterreichs in dem Sinne gesunder national-ökonomischer und rechtsfrcnndlicher Principicn in kürzester Zeit bevorsteht." — In Betreff der künftigen Stellung der Israeliten bestätigt cs sich, daß alle jene Bestimmungen, welche seit dem Jahre 1851 erlassen worden sind, wieder aufgehoben werden, so daß die Emancipation äo facto gewährt wird. Erwähnt!mag bei dieser Gelegenheit noch werden, daß die Deputationen, welche die Israeliten ans allen Theilen des Reichs au den Minister des Innern fandten, ihre Wünsche in dem Punkte znsammenfassten, daß alle seit dem Jahre 1851 erlassenen Beschränkungen aufgehoben werden möchten. Ihrem Wunsche wird somit willfahrt. Die Wiener ״Autrographische Corresponderiz" hatte berichtet, die Frage über die Besitzfähigkeit der Juden solle den künftigen Landesvcrtretnngen Vorbehalten bleiben. Gegen diese Mittheilung hat der ״Fortschritt" gegründete Zweifel. ״Namentlich (sagt das genannte Blatt) hören wir, daß bezüglich Ungarns die Entscheidung bereits seststehe, den Juden nicht nur den Besitz

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