Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1859)
- Article
- Andrichau [Nachricht]
- Date
- 1859-12-01
- Page
- 172 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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- IRI
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172 Polizeistrafe von 5 Gulden Conventionsmünze unnachsichtlich bestraft werden. (S. B.) Wien, 26. Oct. Die ״Ostd. Post" plaidirt mit anerkennenswerthem Freimuth für eine ״gerechte Erledigung der Judenfrage", indem sie die von Dr. Jaques in seiner ״Denkschrift über die Stellung der Juden in Oesterreich" ausgesprochenen Grundsätze adoptirt und diese Schrift, welche eine ״glänzende Probe" abgelegt habe, daß der Verfasser ein ״publicistischeS Talent höheren Ranges" sei, in wärmster Weise bespricht. Die Denkschrift geht von dem sehr richtigen Grundsatz aus, daß mit der Vertheidigung dcs Rechts der Juden das Staatsbürgerrecht überhaupt vertheidigt wird. Aus Laibach wird geschrieben, daß der von der ״Laibacher Ztg." veröffentlichte Bericht über die erste Sitzung der Vertrau en smänner im Allgemeinen einen erfreulichen Eindruck gemacht habe. Besonders ist der einstimmige Beschluß über die Nichtausscheidung des vormals herrschaftlichen Besitzstandes ein Zeichen, daß unsere Vertrauensmänner, ohne Unterschied vom allgemeinen Interesse geleitet, auch in den weiteren Fragen denselben Standpunkt einnehmen werden. Eben bei Berathung dieses wichtigen Prineips über die Ausscheidung hat ein Vertreter des großen Grundbesitzes, Graf Auersperg (Anastasius Grün), darauf bingewiesen, daß dieselbe ein unseren Zeitverhältnissen nicht anzupassendes Privilegium sei, welches früher oder später doch weggenommen werden müsse, und jedenfalls sei ein Verlust desselben sodann schmerzlicher für die Bethelligten, als die Verzichtleistung auf ein solches Geschenk. Der Entmnrf selbst, vom Landesrath Notb anSgearbcitet, besteht ans 70 Paragraphen. Ein Antrag auf Nichtzulässigkeit der Juden wurde cinstimmig verworfen. Die Handelskammer in Brünn hat beschlossen, bei dem Miuisterinm zu beantragen, daß die beschränkenden Bestimmungen über Erwerbung von Grundbesitz durch Juden für gewerbliche Zwecke endlich aufgehoben werden, indem dieselben gegen das Interesse der Industrie seien, besonders in einer Provinz wie Mähren, wo ein bedeutender Theil des größeren Gewerbbetriebes in den Hände!: der Inden sei und von ihnen so sehr zum allgemeinen Vortheil gepflegt werde. Der Regierung scheint es mit der in Aussicht gestellten Reformen Ernst zn sein und dem Volke seine Opfer Lheilweis lohnen zu wollen. Es tagen Commissionen im Reiche, es werden noch andere i1?s Leben gerufen werden; die Protestanten haben bereits Beweise erhalten, daß die ultramontane Partei, die durch zwei A)futanten in der Nähe des Herrschers wirksam vertreten war, aufgehört habe, in Oesterreich allein das große Wort zn führen und der Monarch nun, von fremden Einflüssen frei, die Interessen