Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1859)
- Article
- Schweiz : Bern [Nachricht]
- Date
- 1859-10-01
- Page
- 63 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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63 Pcrriah's und nur sieben Eanwiw darunter Freiburg und Wallis, behandeln sie liberal. Die Juden sind folgenden Nachtheilen unterworfeu: Verweigerung der Niederlassung, des Grundbesitzes und der Pfandrechte, des Handels und Gewerbebetriebes, des Aufenthaltes, der Gleichheit vor den Gerichten! Im Baselland wird ein Christ mit Buhe und Gefangenschaft bestraft, wenn er einen Juden in seine Familie aufnimmt! Da aus diesem Grunde, weil man den amerikanischen Bürgern, welche Juden sind, die Gleichberechtigung verweigert, der projectirte Staatövertrag zwischen der Eidgenossenschuft und den Vereinigten Staaten noch nicht zum Abschluß gckom-- men ist, so hat der amerikanische Gesandte, Hr. Fah, eben eine Denkschrift veröffentlicht, worin er die Gründe, welche für die ververschiedene Behandlung der amerikanischen Israeliten von dem Bundrsrath vorgebracht wurden, mit satyrischer Dialektik prüft. Für die schweizerischen Jsraeltiten ist in Nordamerika ein mächtiger Helfer entstanden, der ihnen sicher in nicht ferner Zukunft zur vollen Emaneipation verhelfen wird. * Der ״Voss. Ztg." schreibt man aus Rom: ״Wird Mittel-Italien selbstständig, oder wird der Anschluß an Piemont zur ThaL, so ist es um das Papstthum, vielleicht auch um die katholische Kirche in eleu diesem Thelle der Halbinsel geschehen. Das alte Testament wird in Rom geistig schwer gedrückt und leiblich geschunden. Jetzt hat man eine neue Abgabe hinzugeschaffen. Nach der alten Negionar-Abtheilung gehört der Grund und Boden des Ghetto zu der: drei Pfarrereieu St. Maria in Monticelü, del Pianto und St. Angelo in Peschiera. Da haben nun die drei Pfarrer durchgesetzt, daß die jüdische Bevölkerung des Ghetto (etwa 5000 Seelen) ihnen eben so viel Gebühren und Sporteln für Taufen und Trauungen und Begräbnisse zu entrichten bat, als wenn sie christlich wäre. Denn sie sollte, behaupten die Pfaffen doch von Rechtswegen in Rom katholisch sein, und für die Toleranz könne schon bezahlt werden. Die Juden haben sich nach vielem Weigern zu einer jährlichen Abfindungssumme verstehen müssen." Der ״Voss. Ztg." schreibt man aus Rom: ״Den hiesigen Juden ist (wohl nur aus Repressalie für die ihren Glaubensgenossen in der Romagna Schuld gegebenen Excesse gegen die Geistlichkeit) eine neue Steuer aufgelegt worden. Wer die Erlaubniß erhält, außerhalb des Ghettos unter der christlichen Bevölkerung ein Geschäft zu eröffnen (was übrigens nur als seltene Ausnahme gestattet wird), muß außer der dem Hauswirthe zu entrichtenden Miethe noch lOpCt. zum Besten des römischen Klerus fortan hinzulegen." Amerika. □ New -Bort, 5. Sept. Die auch in Ihrer Monatsschrift ausgeschrieben gewesene Rabbiner- und Prediger-Stelle an der Lloyd Str.