Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1859-1860)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1859)
- Article
- Die Landrabbiner-Conferenz zu Hannover
- Date
- 1859-10-01
- Page
- 50 (sequence 2)
- Language
- German
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50 Die Landmbbtner-Eonftrenz Hannover. seres norddeutschen Vaterlandes in jüngster Zeit so wenig verlautetes von Bemühungen, von Thaten, die dortige Rabbiner zum Heile j-j unserer religiösen Verhältnisse aufwenden und üben, gerade unsere Rabbiner es sind, die, von dem Ernste der Zeit ergriffen, im vollen!! Bewusstsein ihrer heiligen Obliegenheiten sich vereinen, um in ern-!: ster und gemeinsamer Erwägung für die Thora zu wirken. Die j! Thatsache an und für sich, sagten wir uns, ist eine so erfreuliche,! daß man schon im Hinblick auf sie allein frischen Muth schöpfen j und den schönsten Hoffnungen sich hingeben darf. Denn gewiss 1 müssen die vielfachen traurigen Erscheinungen im Schoosse unserer :;'j Gemeinden von unseren Führern bereits in ihrer ganzen Tragweite s erkannt sein, und die Erkenntniß des Uebels ist ja schon ein beden-! tender Schritt zur Heilung. j Tiefes Geheininiß aber umhüllte diese Verhandlungen; nur; die Wenigen, welchen es vergönnt ist, in näherer Beziehung zu den 1 Landrabbinern zu stehen, konnten vielleicht aus gelegentlichen Aeusse- Hingen und Andeutungen auf den Inhalt und die Resultate der Debatten schließen. Ueber zwei Monate sind seitdem vergangen, j ohne dass irgend eine Kunde davon verlautete, bis jetzt endlich in ן dem am 15. August d. I. ausgegebenen Hefte der ״Monatsschrift 5 für Geschichte und Wissenschaft des Judenthnms von llr. Z. Fraui kel" unter der!Überschrift ״Verhandlungen der dritten Landrabbij ner-Conferenz zu Hannover" in gedrängter Fassung eine Übersichti liche Darstellung der Verhandlungen und Beschlüsse dieser Conferenz j der Oeffentltchkeit vorliegt. Dieser Bericht trägt so ganz den Stem-! pel der Authenticität, dass es nicht dem geringsten Zweifel unterj liegen kann, dass derselbe von einem der Landrabbiner selbst er-; stattet wird.! Um diese Berathungen und Beschlüsse in ihrer ganzen Bej deutsamkeit gehörig würdigen zu können, vergegenwärtigen wir uns einen Augenblick den Zustand unseres Landes im Allgemeinen. Hannover zählt zu den wenigen glücklichen deutschen Ländern, die von den sogenannten Reformbestrebungen Seitens der Rabbiner nicht heimgesucht wurden; seine Rabbiner bekannten sich stets treu j dem positiven, historischen Judenthume. Wir erinnern uns noch der Zeit, in welcher in einer ganzen j