Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 11 (August 1859)
- Article
- Zur Würdigung der Ansprüche des neuen Materialismus
- Date
- 1859-08-01
- Page
- 589 (sequence 4)
- Language
- German
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von vr. Zssua Sternschuß. 539 besonders da wo man Ernst und aufrichtige Wahrheit zu erwarten daS Recht hat, hat uns immer schmerzlich berührt; denn immer! steckt unter der Maske etwas, das das Licht zu scheuen hat. Entweder will der Vortragende einer wirklich falschen Lehre durch das Verblümte und Mysteriöse seines Vortrages Geltung in der Welt unbemerkt verschaffen, oder, im besten Falle, fehlt es ihm att Muth das Böse offen zu rügen, oder das Gute offen zu vertheidtgen. Wahrlich nach dem eben angeführten Schwall von schönen Worten und erhabenen Phrasen zu urtheilen, müßte man durchaus glauben: die Innung, deren Einfluß bei jeder Besetzung eines offenen Lehrstuhls oder Ehrensitzes in Deutschland sich allein geltend macht, bestehe aus lauter strengen, altgläubigen Orthodoxen und jeder Bewerber müsse vorher sein GlaubensbekenNtniß ablegen und es beschwören. Ist dem aber in der That so? Sind in der That gerade die deutschen Hochschulen diejenigen Kreise die am meisten vom Gottesbewußtsein durchdrungen wären oder vor Allem die naturwissenschaftliche Fakültat die Sitze der Orthodoxie >-«r' ^oytiv'i Allein die Sophisten haben in den Tausenden von Zähren, vom Sokrates bis auf unsere Tage, nichts gelernt und nichts vergessen! Sie verschanzen sich hinter verblümten, allgemein gehaltenen, schlecht definirten Worten uud Phrasen, ohne alle Logik, ohne allen Sinn, und schreien nach Deutlichkeit und Klarheit; sie scheuen das Licht; sie meiden das ossene Feld, und rufen dabei stets nach Licht und offenem Kampf. So die modernen Prediger, so die alten Sophisten --־ wovon in einem andern Werke ausführlicher — so die neuen, so auch der Verfasser der oben citirten Vorrede. Ein Jeder wird mit uns gestehen, nicht leicht etwas ähnlich dunkles, etwas ahnlich verworrenes in einem Werke der Naturwissenschaft, in einem Dolksbuche gelesen zu haben und dabei wirft der Verfasser andern vor, ״aus heimlichem Verstecke zu schießen!" um alle ״schwachen Seelen abzuschrecken und zu verwirren" u. dgl. Es würde uns zu weit führen, wollten wir ins Detail eingehen und zeigen Wie jeder Satz voll sei des unlogischsten Widerspruches'. Wir wollen ja nur die llnerfahrenen, besonders die Jugend, auf die ihnen ausgeb'reitete Falle aufmerksam machen, damit sie sich nicht von der vorgespiegel- W Macht der Naturwissenschaften verblenden und dadurch unbe- Mtßk in die Falle verstricken lassen; aufmerksam gemacht, werden 40