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Jeschurun · 1859-06-01 · Heft 9 (Juni 1859) · p. 504

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 9 (Juni 1859)
Article
Deutschland : aus dem Großherzogthum Hessen [Nachricht]
Date
1859-06-01
Page
504 (sequence 2)
Language
German
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504 Wissensder religiösen Sittlichkeit und Erkenntniß zu sein- Israel aber zum Heile und zur Zierde gereichen. L. E. — Homburg, v. b. H., 22. Mai 1869. Im Landgrafthum Hessen sind die Israeliten schon längere Zeit völlig emancipirt und diese Emancipation steht nicht nur auf dem Papier, sondern ist bei unserem edlen und hochherzigen Fürsten und höchst seiner erleuchteten Regierung auch zur Wahrheit geworden; daher auch die große Anhänglichkeit und Liebe der Israeliten des Landgrafthums zu ihrem Landesvater, der Letzteres auch im vollen Sinne des Wortes ist. Dankbarkeit gegen den Landes- Fürsten veranlaßt nun den Amts-Rabbiner- Herrn Fromm am 26. April d. A, dem Geburtstage unseres Fürsten, eine diesem Tage angemessene Feier in der Synagoge anzuordnen, welcher auch mehrere Nichtisraeliten beiwohnten. Von der, vom Herrn Rabbiner hierbei gehaltenen Predigt, welche alle Zuhörer tief ergriff, wurde dem Fürsten, der einige Tage später von einer Reise zurückkam, erzählt, und höchst Derselbe freute sich so sehr darüber, doß er dem Rabbiner durch den Hosmarschall eine sehr werthvolle Brillantnadel überreichen ließ und ihm später, als er seinen Dank mündlich abstattete, weitere Versicherungen seiner höchsten Gnade und Zufriedenheit ertheilte. Es hat dieser höchste Akt der Gnade bet der hiesigen jüdischen Bevölkerung um so freudigeren Eindruck gemacht, als unserem würdigen Rabbiner, der, nebenbei gesagt, nebst seinem Gehalte aus der Gemeindekaffe auch einen solchen aus Staatsmitteln bezieht, eine Anerkennung für sein segensreiches thätiges Wirken als Seelsorger und Religionslehrer in unserer Gemeinde geworden und es uns weiter ein Beweis ist, daß unser Landesherr das Verdienst belohnt, wo er es findet. Mußland. Odessa. Nach dem Beispiele von Galacz hat man auch in Odessa einen Auflauf gegen die Juden organisirt, und eine plünderungssüchtige Masse hat sich in die Häuser der dortigen jüdischen Bevölkerung gestürzt, um zu rauben und zu morden. Eine heute hier eingelaufene Depesche, die diesen Vorfall berichtet, meldet gleichzeitig, daß der Gouverneur das Standrecht proklamiren ließ und daß sechs Individuen, welche die Rädelsführer waren, ohne Verzug füsilirt wurden. Der ״Kronstadter Zeitung" wird über die gegen Juden in Odessa vorgefallenen Exeesse berichtet: ״Am Ostersonntag durchzogen große Pöbelhaufen die Stadt Odessa und begaben sich in die Judengasse, wo sie ihre Excesse an den Juden begannen und ausführten. Letztere nahmen jedoch nicht gleich ihren Brüdern in Galacz die Mißhandlungen der Angreifer ruhig auf, sondern waren bemüht, den Angriffen sich zu widersetzen, wodurch die Ercesse einen umfangreicheren und blutigeren Vorgang nahmen. Die Bemühungen des Chefs der Pompiers, welcher mit sämmtlicher Mannschaft ausgerückt war und mittelst Feuerspritzen auf das Volk spritzen ließ, waren fruchtlos; letzteres drang vielmehr, sich mehr und mehr zusamwenrottend, auf sie

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