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Jeschurun · 1859-06-01 · Heft 9 (Juni 1859) · p. 502

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 9 (Juni 1859)
Article
Deutschland : Hamburg [Nachricht]
Date
1859-06-01
Page
502 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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502 selben ein starkes Bollwerk gegen den Materialismus unserer Zeit hätten. Es ist nun zu wünschen, daß dieser Verein in andern großen Städten Nachahmung finde, und dazu eine Anregung zu geben, ist der Zweck dieser Zeilen. Cr. Aus Bayern. ״Das ist der Fluch unserer Zeit, daß so viele Männer die etwas zu leisten vermöchten, ihre Sendung so ganz mißverstehen". Dieser Gedanke bemächtigt sich unser, wenn wir einen Blick auf die Verhältnisse der Juden in Bayern werfen und besonders das Wirken einiger Rabbinen Bayerns betrachten. Daß die jüdische Bildüng der jüngeren Generation die Hauptaufgabe des Rabbinen sei, ist ein längst anerkannter Satz, dem aber hier noch so wenig Rechnung getragen wurde, daß im ganzen Bayerlande nur eine einzige ordentlich eingerichtete jüdische Schule, die zu Würzburg, besteht. Wir können allerdings die Anforderung israelitische Schulen zu gründen nicht einmal stellen da die Populationsverhältniffe der Israeliten so eigenthümlich gestaltet sind, und nur eine Menge kleinerer Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von 20—80 Familien von denen noch ein Theil in ziemlich gedrückten Verhältnissen leben, die Judenschaften Bayerns repräsentiren. Aber um so mehr glauben wir berechtigt zu sein, ösfentlich zu rügen, daß die Rabbinen in deren Rabbinatsbezirken sich jüdische Schulen befinden, sich ganz der Beaufsichtigung derselben enthoben fühlen, und stillschweigend, also wenigstens nicht gegen die Gebrechen derselben arbeitend, sich verhalten. Sind die Schulen die dem Schreiber dieses bekannt sind, zunächst Privatschulen, so hätte doch der Einfluß des Nabbiners der bei den meisten Gemeinden doch immer noch ein bedeutender ist, einerseits die Eltern zurückhalten können ihre Kinder der Anstalt anzuvertrauen, andererseits hätte das Gebühren des Rabbiners die Leiter der Schule veranlaßt, mehr für die jüdischen Disciplinen zu thun. Wir wollen heute nur beispielsweise 2 Schulen, die allerdings den Namen Handelsschulen aber mit dem für uns maßgebenden Beiworte jüdische Handelsschulen tragen, anführen. In der jüdischen Handelsschule zu M. wird der gesammte jüdische Unterricht nachdem er längere Zeit gänzlich ausgeschlossen war und nur der Concurrenz halber wieder aufgenommen worden ist, von dem 1V2 Stunden entfernten Religionslehrer zu K. versehen, der zwei Mal in der Woche nach M. geht um dort in zwei Stunden den jüdischen Unterricht zu ertheilen. Was hier im Jüdischen geleistet wird und werden kann braucht nicht ausgeführt zu werden, es ist leicht zu errathen, und so kam es, daß ein Zögling dieser Anstalt der jüngst בר מצוה wurde nicht einmal die ברכת התודה sagen konnte. Nicht viel besser soll es mit der gleichnamigen Schule zu S. bestellt sein. Hier ist das noch merkwürdigere, daß der jüdische Unterricht in der jüdischen Schule aus Rücksicht weil auch einige christlicheKin-

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