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Jeschurun · 1859-06-01 · Heft 9 (Juni 1859) · p. 501

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 9 (Juni 1859)
Article
Deutschland : Brody [Nachricht]
Date
1859-06-01
Page
501 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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501 und Mollattd, Nathanssohn Erbe und A. Kallir, Hälberstam und Nirstein nichts gelitten haben und ihre Magazine unversehrt geblieben sind. Wien 19. Mai. Gegenüber der Stimmung wider die Juden, welche seit einiger Zeit sich hier bemerkbar macht und auch in gewissen bedauerlichen Excefsen der Wiener Freiwilligen sich bethätigt hat, dürfte es nicht überflüssig sein zu bemerkn, daß der erste, welcher sich hier unter die Freiwilligen anwerben ließ, ein Jude war , daß mehrere Juden sich int Wiener Freiwilligencorps befinden, und daß ein wohlhabender Jude, der ebenfalls in dieses Corps eintrat, gleichzeitig bei demselben sein Testament niederlegte, in welchem er, für den Fall, daß er im Felde bleiben sollte, das Corps zum Erben seines ganzen Nachlasses und seinen Major zum Testamentsexecutor. Frau Josepha Weinhäusel in Wien ist eine vortreffliche Christin und eifrige Katholikin. Die fromme Dame hat unlängst an ihre Miether ein Rundschreiben, Manifest, Ultimatum oder dergleichen erlassen, in welchem sie sämmtlichen ״Wohnparteien" ankündigt, sie werde ferner den ״Unfug" ihrer Miether, Juden als ״Afterparteien und Bettgeher" zu sich zu nehmen und denselben Zimmer zu ״verlassen", als katholische Hausfrau nicht mehr dulden und erwarte sofortige Abstellung des eingerissenen Unfugs. * Hamburg. Seit Kurzem ist hier ein Verein ins Leben getreten, der Unter den vielen jüdischen Vereinen, die religiöse Zwecke verfolgen, wohl noch einzig dastehen möchte. Der Zweck dieses Vereins geht nämlich dahin, jüdischen Lehrlingen, Commis und Gesellen solche Stellen zu vermitteln, wo denselben von Seiten der Principale und Meister kein Hinderniß in der Beobachtung des Sabbaths und der Festtage in den Weg gelegt wird. Zur Erreichung dieses Zweckes wird er durch Jnsertionen in öffentliche Blätter zur Anzeige von Vacanzen auffordern und ferner auch auswärts solche JM^mer zu gewinnen suchen, die den Vereinszweck mit fördern helfen. Der Aufruf zu diesem Vereine hatte hier sogleich guten Anklang gefunden und ist demselben bereits eine namhafte Zahl als Mitglieder beigetreten. Da der Verein zur Förderung seiner Zwecke auch der pecuniären Mittel bedarf, so hat jedes Mitglied einen jährlichen Beitrag von wenigstens 3 Mrc. zu zahlen. Ist es nun auch einerseits eine traurige Erscheinung, daß man zur Erhaltung des Sabbaths derartige Vereine bilden muß, so ist es wiederum erfreulich wahrzunehmen כי לא •אלמן ישראל; denn wie schon erwähnt, hat der Verein hier großen Beifall gefunden, und zählt er sogar Männer zu seinen Mitgliedern, die der sogenannt freiern Richtung angehören. Vergangenen ח״מ של פסח fand eine Generalversammlung statt, welche Herr Dr Magnus Cohn als Mitglied des Comit^s mit einer Ansprache eröffnete. In derselben wies er auf die hohe Bedeutung des Sabbaths und der Festtage für das ganze jüdische Leben hin, zeigte wie dieselben die Lebensadern unserer Religion seien und wie wir in der Erhaltung der-

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