Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 500 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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zu den Kreistagen betreffend, bei dem Hause emgegangenen Petitionen. Daß die betreffenden Petitionen in diesem hohen Hause eine freundliche Stätte finden, versteht sich von selbst. Die Commission beantragt: die Petitionen der Staatsregierung mit dem Anträge auf Abhülfe zu überweisen, weil vas Reskript des Ministers des Innern vom 16. Febr. d. I. mit dem bestehenden Gesetze nicht im Einklang stehe (!!!). Besonders spricht v. Kleist-Retzow und Graf v. Arnim-Boitzenburg sich in diesem Sinne aus. Ergötzlich spricht Herr v. Senfft-Pilsach. Die Herren vertiefen sich in die Materie so sehr, daß sie heute noch zu gar keinem Beschluß kommen können, weßhalb morgen noch eine Fortsetzung der Verhandlung stattfinden wird. Wien, 8. Mai. Ueber den Brand von Brody sind iw Laufe des Nachmittags mehrere Depeschen an hiesige Handlungshäuser eingetroffen; alle stimmen darin überein, - daß das Feuer an mehreren Enden der Stadt rasch hintereinander aufloderte und daß der größte Theil dieses Centrums des galizisch-russischen Handels in Asche gelegt wurde. An Ret- Lung war wenig zu denken, da Jeder mit sich selber zu thun hatte. Eine gräßliche Nnthat, zu der mehrere sich verschworen haben muffen, hat stattgefunden; der Brand war gelegt! Der ״Wanderer" schreibt Folgendes: ״Zum Schluffe des Blattes geht uns die telegraphische Meldung zu, daß Brody am 5. Mai, 3 Uhr Nachmittags, an allen vier Ecken in Flammen aufloderte. Unausgesetzt währte die Feuersbrunst durch 21 Stunden. Die Lemberger, Laßniower Vorstadt, die Neustadt, das Centrum der Stadt, liegen im Schutt. Um 12 Uhr des gestrigen Tages (6. Mai) schien der Brand gelöscht, aber nach 2 Uhr begann derselbe auf ein Neues. Selbst die Telegraphenleitung ist zerstört; die Depesche mußte an der nächsten Station aufgegeben werden." — Nach einer Depesche der ״Wien.. Zeit." wurden bei dem Brand etwa 800 Häuser zerstört. Die meisten Amtslokalitäten wurden ein Raub der Flammen; es gelang jedoch das ärarische Gut und die Amtsakten zu retten. Auch die lateinische Kirche brannte nieder. Zehn Personen verloren bei dem Brande das-Leben. Gestern (6.) Mittags wurde der Feuersbrunst Einhalt gethan. Brody, 9. Mai. Fünf Tage sind seit dem Ausbruche des Feuers hingegangen und noch raucht es an hundert Stätten. Die massivsten Häuser sind durchgebrannt, die Straßen sind unwegsam geworden, viele Tausende von Menschen weinen auf den Trümmern ihres früheren Wohlstandes; Leute, die vor wenigen Tagen wohlhabend waren, drängen sich jetzt heran, um von milden Händen mit einem Laib Brod betheilt zu werden. Ställe und Schuppen werden gierig von Menschen zur Wohnstätte aufgesucht, die sonst stattliche Zimmer inne hatten. Einige naheliegende Ortschaften sind uns mit Lebensmitteln beigesprungen, und ein Reisender aus Rußland hat 1000 Gulden zurückgelassen; allein dies Alles verrinnt wie ein Tropfen im Meere. Ein großes Glück ist es mindestens, daß gerade unsere ersten Häuser, als die Herren Hausner