Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1859)
- Article
- Mortara
- Date
- 1859-06-01
- Page
- 493 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Msrtara. 493!4. Hier stand vordem die Wiege meiner Kinder, Hier Hab' ich an des Weibes Brust geruht, Hier freut' ich mich der Treue des Gesindes Und hier erwarb ich redlich mir mein Gut. Soll ich das Land, das mich geboren, meidend Ausziehn zu neuer Qual, zu neuen Leiden? § 5. ] Fleuch, fleuch! Erwach' aus süßen Träumen, j Ein Wetter zeugt einher und Glaubenswuth j Läßt seiner Hölle wilde Wogen schäumen s Und raubt dir, Unglückssohn, dein höchstes Gut. | Einst nahm ein Pharao des Kinder Leben, j Dem neuen sollst du gar die Seelen geben! 1 Du zauderst? Ist das dir ein Vaterland,! Wo frech in deiner Herzen Heil'genschrein Des glaubenstollen Priesters unbarmherz'ge Hand? Raublustig, übermüthig greift hinein? E Wo eine seile Magd die Seele j Am Siechbctt stiehlt ״nach göttlichem Befehle!" 8 7. O, sage Zisrael, nennst das du Leben, i Wo bei der Abendlüfte leisem Wehen ■ j Die Sinne dir vor kaltem Schauder beben, j Vor Schreckgestalten, die im Finstern gehen Und die mit roher Sbirren kaltem Hohn, Dir, Edgar rauben, den geliebten Sohn?! 8. Drum fort zum gastlichen Gestade flieh',! Wo man dein Kind nicht raubt, nicht deinen Gott; Zn fremdes Land, Mortara, muthig zieh', i Wo Glaubensfreiheit himmlisches Gebot, j Dort weile, Zisrael, denn einst wird kommen! Der Tag deö Heils, dir und der Welt zum Frommen. 32