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Jeschurun · 1859-05-01 · Heft 8 (Mai 1859) · p. 441

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 8 (Mai 1859)
Article
Deutschland : Berlin [Nachricht]
Date
1859-05-01
Page
441 (sequence 2)
Language
German
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441 wolle nicht, daß die Regierung sich immer in alle Deklamationen dieser Leute einlassen solle; hier aber seien die Ausdrücke so, daß sie unmög--!ich mit verschränkten Armen dastehen und stillschweigen dürfe. (Sturmisches Bravo rechts.) — v. B lankenburg: Er glaube nicht, daß Alles faul in der ständischen Institution sei. — Mathis (Barmen): Die Kreisstände seien keine politische Körperschaft, sie hätten darum auch kein Recht, sich in politische Dinge einzumischen, kein Recht Proteste zu erlassen! (Bravo!)— Der Präsident bemerkt, wie er die Diskussion, ן die zu weit von der eigentlichen Sache abzuweichen drohe, abschneiden müsse. Das Haus tritt dem Präsidenten hierin bei. Die betreffende Pe-! tition wird hierauf der Staatsregierung zur Berücksichtigung überwiesen; ebenso auch noch eine Petition ähnlichen Inhalts von einigen 80 Schulzen und Dorfältesten aus 53 Dorfschaften. z Herford, 7. April. Heute ist eine Petiton gegen die Theilnahme! der Juden an den Kreisständen dem Herrenhause übersandt, und es haben sich derselben viele der größeren Grundbesitzer unseres und des be-! nachbarten Bielefelder Kreises angeschloffen. (N. Pr. Z.) Delitzsch, 8. April. Der Kreistag, welcher heute hier versammelt! war, hat einstimmig Protest gegen die Verfügung des Ministers des Innern erhoben, wonach jüdische Rittergutsbesitzer zur Kreisstandschaft j berechtigt sein sollen. Ein Ministerialreskript, welches sich mit den Entscheidungen des höchsten Gerichtshofes im Widerspruch befinde, könne für : die Kreiscorporationen nicht maßgebend fein. (N. P. Z.) i Königsberg, 11. April. In Insterburg ist die dortige vacante Kreis-Phhsikatsstelle einem jüdischen Arzte verliehen worden. Es ist dies j in unserer Provinz der erste Fall, im Großherzogthum Posen sind dergleichen bereits früher vorgekommen. Oberschlesien, im März. Eine löbl. Redaktion gestattet wohl den Bericht eines — obwohl verspäteten — Pendant zu der Zeitungs- Nachricht aus Posen im Beiblatte zum Märzhefte dieser geschätzten Moj natsschrift. Gegen Ostern v. I. ging das katholische Dienstmädchen des Herrn P—, eines überaus achtbaren und intelligenten Juden, zu Sohrau zur Beichte. Am nächsten Sabbath weigerte sie sich beharrlich die Lich- 1er zu putzen, was sie bis dahin ohne Skrupel gethan hatte. Nach mehr-; fachem und nachdrücklichem Befragen gab sie an, daß der Pfarrer ihr? diese Dienstleistung untersagt habe. Da dieser Fall nicht ganz vereinzelt j dastand, begab sich Herr P— in Begleitung eines Freundes zum Herrn j Pfarrer, ihn höstich um Aufschluß bittend. Dieser sagte vorerst, es sei I dies ein Beichtgeheimniß. Als jedoch Herr P— bemerkte, er wünsche E nur beschieden zu sein, ob denn ein wirkliches Gesetz der Kirche dem E katholischen Dienstboten dergleichen harmlose Dienstleistungen verbiete, weil j er sich dann allerdings fügen müsse? äußerte sich der Herr Pfarrer da- | hin: das Dienstmädchen habe von selbst an ihn die Frage gestellt, ob sie diesen Dienst Lhun solle? Nun wisse er von den Vorlesungen der Uninn; Arohl, 4!׳ mg Jet ge- >aö eit. «ft hrt lack ers thicht aar 3

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