Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1859)
- Article
- Ijar
- Date
- 1859-05-01
- Page
- 398 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932863-2932872-2943513--04596-2943544- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
398 Aar. der Vernichtung gezogen. Und die Väter sprachen doch ihre Zählung vom Garbenopfer zum Thoraseste, waren doch froh alle ihre Garben derThorah zum Opfer bringen zu können, überltesten doch ruhtgen Auges ihre Garben dem Brande und dem Raube, wenn sie nur die Thora mit hinaus und sich und die Ihrigen für die Thora zu retten vermochten, und, nmnachtet von einem Jahrhundert des Wahns und der Wuth, uwleuchtet von dem Feuerschein ihrer lodernden Hütten und den Flamurenzungen ihnen errichteter Scheiter- Haufen, schauten sie in ruhiger und beruhigender Zuversicht zu dem Lenker der Zeit, zu ihrem und ihrer Väter Gott nur mit dem einen Wunsche betend empor, dast es ihm gefallen wöge, bald und in ihren Tagen Jerusalems Tempel wieder zu bauen, und ihnen ihr Antheil an seiner Thora zu geben — — Die Zeiten sind Heller, die Gedanken lichter, die Empfindungen menschlicher geworden; nicht Kerker und Scheiterhaufen warten des Juden mehr, der seinem göttlichen Gesetze getreu leben und sterben möchte; es gilt nicht in buchstäblichem Sinne wehr L^uvDfür Gott und sein heiliges Gesetz zu sein; haben wir darum nichts mehr von unfern opferfreudigen Vätern zu lernen? Keinen Feinden des göttlichen Gesetzes die Stirn zu bieten, nichts mehr zu opfern um das göttliche Gesetz für uns, um uns und die Unsrigen fürs göttliche Gesetz zu retten? Sind mit den Gefahren für die Judenheit auch alle Gefahren für das Judenthum geschwunden, können wir sicherer als die Väter unser eigenes Leben in den Bahnen des jüdischen Gesetzes treu vollenden, können wir ruhiger als die Väter unser Haupt aus das Kissen zum ׳letzten irdischen Schlummer neigen, ruhiger des Bewusttseins unsere Kinder, unsere Enkel werden fortleben im Judenthuw, werden fortzählen von der ״Garbe" zur ״Thora", werden forttragen den einzigen jüdischen Wunsch:!וחן חלקנו בחורחך ״Gieb uns unser Antheil an deinem Ge etz, an deiner Lehre!?" Freilich, wenn es uns für uns unl unsere Kinder genügt und wir glauben, dast es auch Gott genüge, wenn nur wir und unsere Kinder den Namen Jude forttragen und wir uns die unfreiwilligen Opfer gefallen Laffen, die noch ein Wahn unerleuchteter Völker und Staaten für uns und unsere Kinder an diesen Namen knüpft, wenn wir glauben es sei an diesem unfreiwilligen Martyrium genug, freiwillig brauchten wir nun aber nicht mehr ein Körnlein, einen Stroh-