Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 7 (April 1859)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1859-04-01
- Page
- 391 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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391 dahin ausgesprochen, daß die Generalkommandos bereits früher veranlaßt worden, darauf Rücksicht zu nehmen, daß jüdische Soldaten ״an besonderen jüdischen Feiertagen möglichst vom Dienste dispensivt bleiben, solche auch zur Betretung der christlichen Kirche behufs Abhaltung des Militär- Gottesdienstes nicht verpstichtet werden". ״Eine unbedingte Dispensation der Soldaten mosaischen Glaubens vom Dienste an jüdischen Feiertagen ist weder zu befürworten noch erscheint sie überhaupt durchführbar. In den dieserhalb im Jahre 1834 mit dem Herrn Minister des Kultus gepflogenen Unterhandlungen ist dies auch nicht für erforderlich erachtet sondern anerkannt worden, daß die Berücksichtigung des Religionsverhält» niffesS ihre Grenzen in der notwendigen Festhaltung des militärischen Dienstzweckes finden muß." Wien. Konkordat. Im Jahre 1853 hatte eine Verordnung der Regierung die Civilversorgung verabschiedeter Unteroffiziere und Soldaten, und zwar ״ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses" grundsätzlich bestimmt und in Durchführung der Maßregel energisch angebahnt. Jetzt kommt der hinkende Bote nach. Israelitische Soldaten sind in allen Krönländern, wo den Juden der Aufenthalt nicht gestattet ist, und in allen Bergstädten Böhmens, Ungarns und Siebenbürgens von der Civilversorgung ausgeschlossen. Und, was noch schlimmer ist, allen Behörden wird im Allgemeinen aufgetragen, ״vor der Anstellung eines Israeliten die besonderen Dienstverhältnisse und sonstigen Rücksichten genau zu erwägen", d. h. wie eS die Behörden und mit ihnen die öffentliche Meinung auslegen: es sollen die Israeliten thunlichst von der Wohlthat der Civilversorgung ausgeschlossen werden. Die ״K. Z." bemerkt dazu: Welche Motive das Ministerium veranlassen, bei den jüdischen Soldaten einen größern Patriotismus vorauszusetzen, als bei den Kriegern der anderen Konfessionen, so daß jene sich aus reinem Enthusiasmus Arme und Beine abhauen lassen und jede Dankbarkeit des Staates stoisch abweisen, ob etwa das Verbot des Grundbesitzes und der bürgerlichen Ansässigkeit solche Wirktmgen hervorrust, wissen wir nicht; das wissen wir aber, daß man eine ähnliche Maßregel für die protestantischen Soldaten befürchtet, und daß alle Einsichtigen in hohem Grade es bedauern, gerade in dem gegenwärtigen Augenblicke die konfessionelle Politik in herausfordernder SLellung zu gewahren. (V. Z.) -L- Würzburg, 20. Febr. ״Der kleine Neophyte, Edgar Mortara" heißt der Titel einer kleinen, in Form eines Traktätchens mit obligaten Verzierungen ausgestatteten Brochüre, die so eben hier die Presse verlassen hat. Sie enthält die wortgetreue Uebersetzung des im Nov. v. I. erschienenen Berichtes der Oivllts. 6Ltt01i0A, die mit unglaublicher, grenzenloser Frechheit und Spitzfindigkeit es wagte, diesen Kinderraub zu rechtfertigen und die in diesem edlen Kampfe nur wenige Kämpen zu ihrer Seite sah, unter denen der hervorragendste, das heißt der vernunftlofeste der Univers war. Dafür wird ihm in unserer Broschüre auch das Lob erthetlt, daß er ״fast allein in gewohnter Tapferkeit den WuthauSmn; Ar- ׳ohl, )ich tng kei ge- )as eit. sft hrt ack ers chcht >ar