Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 6 (März 1859)
- Article
- Dänemark : Itzehoe [Nachricht]
- Date
- 1859-03-01
- Page
- 331 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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331 $ j mann eingeliefert waren. Auch sie wurden dem Petitionsausschuß über- J wiesen. Von den israelitischen Gemeinden in Elmshorn, Wandsbeck und; j Glückstadt wird um Gleichstellung ihrer Religionsausübung mit jener der I protestantisch-lutherischen petitionirt. Es wird dieser Petition nicht anders t gehen, wie jener der katholischen Gemeinden in Kiel und Altona — | nämlich, daß man einfach zur Tagesordnung übergehen wird und sie | sonach beseitigt. Ein Gesuch von den zwei in Ahrensburg ansässigen | Israeliten lautet: ״Man wolle gestatten, daß die in Ahrensburg gebor- ■\ nen Juden sich auch mit anderen als mit dort gebornen Jüdinnen ver- | heirathen dürfen." ן Kopenhag en, 20. Febr. Es ist hier nicht wenig aufgefallen,! daß die holsteinischen Stände die Petition der Juden um Gleichi stellung mit den Christen unbeachtet gekästen haben; hier, wo der Glaube i nicht den mindesten Einfluß auf die bürgerliche Stellung der Einwohner j übt, kann man nicht begreifen, wie die holsteinischen Stände, die der | Regierung gegenüber stets so laute Klagen über Verletzung ihrer Frei- Z heiien erheben, ihre jüdischen Mitbürger, die während des Krieges alle ' Lasten, die derselbe mit sich gebracht hatte, willig getragen, in einem i mittelalterlichen Zustande gelassen wissen wollen; man meint, wer für; sich selber Freiheit in Anspruch nimmt, sollte sie auch Andern nicht ver- 1 weigern. (H. N.) f Holland ׳ Amsterdam, Jan. 1859. Wie bereits vor längerer Zeit berich- ׳•; tet, hatte ein löjähriger Knabe, Namens Hirsch, einen Missionär Schwarz E in dem Augenblick als derselbe von der Kanzel herabgestiegen zu ermor-; den versucht. Der Knabe ist nunmehr vor den Criminalgerichtshof ge- Ä bracht worden. Er sagte aus, er habe geglaubt ein gottgefälliges Werk | zu thun, seitdem hätten ihn jedoch seine Rabbiner belehrt, Mord könne E unter keinen Umständen Gott gefallen und bereue er aufs Tiefste was £ er gethan. Er wurde zu zwölf Jahren Gefängniß verurtheilt. (I. C.) Italien. ׳ . Rom. Baron A. R. v. Rothschild — schreibt man der Vossischen j Zeitung — ist seit fünf Tagen hier und versucht sein Aeußerstes Edgar A Mortara aus den Klauen der Mönche zu befreien. Es ist aber keine Hoffnung für die Wiedererlangung des Knaben vorhanden. Die Juden in Rom wagen es gar nicht den Papst für ihren Glaubensgenossen mit ■ j Bitten anzugehen. Sie hatten jüngst diese Absicht, allein eine ihnen jüngst § vom Papst gewordene Antwort hat ihnen allen Muth genommen. In | der Nähe der Brücke, welche die Tiberinsel mit dem linken Stromufer verbindet, steht eine katholische Kirche, welche die Juden besuchen müffen um die Bekehrungspredigten der Dominikaner mit anzuhören. Durch An- E gebereien, daß der eine oder andere Jude bei diesen Predigten fehlte, | trieben Spione und Taugenichtse ein recht einträgliches Geschäft. Die | Juden petitionirten gegen dieses Verfahren und appellirten an die libeg