Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 6 (März 1859)
- Article
- Jüdische Dichter in Spanien
- Date
- 1859-03-01
- Page
- 324 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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324 Jüdische Dichter in Spankm aon Di. M. Kayserling. in Kingsland den Gruß entbieten und auch den Wunsch nicht unterdrücken, daß es Mehreren seiner Genossenschaft gefallen möge, die ihnen von den Vätern überkommenen Traditionen der Mitwelt zu überliefern und so zur Förderung des Studiums der Geschichte und Literatur ihrer eigenen Brüder wesentlich beizutragen. Wir wollsn auch nicht unterlassen, Herrn Jacob Castello unfern Dank für die Belehrung abzustatten, welche wir aus seinen uns erst jetzt zu Gesicht gekommenen Berichten geschöpft haben. Hoffen wir, daß auch die wenigen Mitthctlungen, welche in diesen Blättern niedergelegt werden, ihm und Andern unserer Leser nicht unwillkommen seien. Jacob Castello ist das vierte Glied einer spanisch-portugiesischen Familie und wurde 1797 in London geboren. Er erinnert sich, daß sein Vater, welcher bei seiner Geburt 57 Jahr alt gewesen, ihn und seine Geschwister zuweilen mit den Geschichten der Amsterdamer Glaubensbrüder und ihrer Uebersiedlung nach Englands Hauptstadt unterhielt. Die Familien Pinto und Snasso waren seine Blutsverwandten. Freudig strahlte das Gesicht des Alten, so oft er seinen Kindern von dem Reichthum, dem Wohlthätigkeitssinn und der Opferfähtgkeit dieser vornehmen, ja gräflichen Häuser sprach. Von seinem Vater brachte Jakob Castello auch in Erfahrung, daß die Pintos und Suassoödem unglücklichen König Karl H. von Großbritannien die keineswegs unbedeutende Summe von einer Million Pf. Sterling vorschossen und ihm dadurch die Rückkehr nach England ermöglichten. Karl bewies für diese großmüthige Hülfe dem jüdischen Geschlechte insofern seine Dankbarkeit, daß er den aus Amsterdam nach der Themsestadt wandernden Juden königliche Privilegien garantirte. Der Engländer nimmt nichts auf Treu und Glauben an, er will Beweise, rooognissä authoritiss. Herr Castello hofft freilich to olaim without xrosumption sowv authority kor ths avoounts given by him in referenceto the reign of Charles II. und man könnte sich allenfalls hiermit begnügen, wiewohl es nicht allzuschwer fallen dürfte, auch anderweitige Belege, schwarz auf weiß, wie es im Leben heißt, beizubringen. Schon an einem andern Orte haben wir darauf aufmerksam gemacht, daß die spanisch-portugiesischen Juden Amsterdams in sehr naher Beziehung zu Karl gestanden haben. Ein spanischer Jude brachte ihm seine spätere Gemahlin, die