Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1859)
- Article
- Deutschland : Frankfurt a. M. [Nachricht]
- Date
- 1859-02-01
- Page
- 275 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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275 j stehen möchte. Es würde dieses eher die Feinde des Herrn, die Juden, | lästern machen, wenn die Christen mit einer solchen Ungerechtigkeit, dari über sie scheinbare Klagen führen möchten, die Ihrigen ihnen entziehen! wollten." — Nur da hat man wohl in der evangelischen Kirche der! väterlichen Gewalt eine Gränze gesetzt und angenommen, daß diese nie-! .dere Ordnung durch eine höhere durchbrochen werde, wo sich in mehr! herangewachsenen Judenkindern ein standhaftes Verlangen nach der heilt- 1 gen Laufe und ein unverkennbares Werk des heiligen Geistes kundgab.. (Fr- I.) Gegen diese von Herrn Hengstenberg hier kundgegebene Praris der evangelischen Kirche müssen wir denn doch auch Namens des Judenthums : und der Judenheit und aller jüdischen Eltern und Kindern, sowie Na- : mens aller menschlichen und bürgerlichen Rechte mit aller Entschiedenheit; protestiren. Wenn die evangelische Kirche so viel Einsicht und Rechtsgefühl hat zu gestehen, es könne durch sie ,.,weder die Polizei noch die väterliche! Gewalt aufgehoben" werden, so kann sie sich nun und nimmer von Hei-! lighaltung diefts Princips durch einseitiges Belieben dispensiren. Sie j muß auch unsere mehr herangewachsenen Kinder unange-! tastet lassen, so lange dieselben nach polizeili chem Staatsj rechte noch der väterlichen Gewalt unterstehen und diese väterliche Gewalt ihre Zustimmung verweigert. Sie hat; nicht das Recht sich als eine höhere Ordnung zu deklariren, y die die menschliche, bürgerliche und staatliche Ordnung 1 als eine niedere irgendwie und irgend wann z u dur chbre ch en i sich erlauben dürfte, ohne ebenso den Schrei allgemeinster j Entrüstung gegen sich wach zu rufen, wie jetzt die katholische | Kirche durch den Raub des Judenknaben zu Bologna. | Italien. | Rettungsmittel für den jungen Märtyr'er, unter dieser 1 Ueberschrift veröffentlicht l'U. I. einen Artikel des Herrn O. Teri quem zu Paris, in welchen: nach einer die Sache charakteristrenden f Einleitung der Vorschlag zu einem wirksamen Rettungsmittel für den \ jungen Mortara gemacht wird: In der heil. Stadt, heißt es daselbst, \ kann man für Geld Alles, selbst ein Menschenleben kaufen. Bedarf Je- S , mand eines dienstfertigen Stilettes, eine Masse Menschen stndet er bereit zu seinen Diensten. Man hat die Moralität der Bevölkerung bereits so weit gefördert, daß mit einer gefüllten Börse entlegene ländliche Spaziergänge nicht mehr mit voller Sicherheit unternommen werden. Noch ganz kürzlich fuhr eine Diligence um 8 Uhr des Morgens aus Bayonne und war schon eine Stunde darauf von Banditen angegriffen nnd ausgeplündert. Statt p6r fas und wefas sich um das Seelenheil unserer Kinder zu bekümmern, thäte man besser für das Heil der Reisenden zu sorgen. Allein es ist leichter eine Inquisition zu errichten, Sbirren, Ankläger, ihre Herrschaft verrathende Dienstboten zu unterhalten, als eine