Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1859)
- Article
- Löbl. Redaktion!
- Date
- 1859-02-01
- Page
- 270 (sequence 3)
- Language
- German
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270 Correspondenz. von Humanität und Zudenthum gewohnt. Viel ehrenvoller und geziemender wäre es gewesen, wenn dieser Herr seine geschickte Feder verwendet hätte, das Davidische Feuer wieder zu wecken, das noch in mancher Brust der Uusrige» schlummert, oder das heroische und ntmmer sterbende makkabätsche Gesammtgefühl in seiner Nation wach zu rufen, die beide uns auf die Höhe wieder bringen würden, die unscre Bestimmung uns anweist: den Adel der Welt zu bilden, da unsere Masse urwüchsig ohne Gemenge geblieben — und von der wir herabsankcn als wir den Stolz, den Neid und die Bewunderung der Welt erregten, viel ehrenvoller und geziemender, als — selbst wenn sie wirklich vorhanden wären — die Fehler und Schwächen seines Stammes auszuposaunen und ihn noch tiefer in der öffentltchen Meinung herabzuseHen. Nach dem, was ich auf meinen Reisen und während meines Aufenthalts aus dem Continente gesehen und erfahren, befinden sich unsere Glaubensgenossen, dünkt mich, außer in Frankreich und Holland, bereits auf hinreichend niederer Stufe, politischer Stellungen und Rechte beraubt, in Ghettis eingepfercht, rettungslos ihrer Kinder beraubt, und insbesondere dort, von wo uns dieser Bileam feine Segnungen sendet, so daß es wahrlich nicht noth thut, ihre abwärts geneigte Stellung noch tiefer zu beugen. Ich suche vergebens das Motiv zu ergründen, das diesen Autor veranlasst, die Nachkvmmlinge seiner Vorfahren, den eigenen Quell seines Ursprungs zu verleumden und sich damit zu bemühen die Gesinnung derer zu vergiften, die bis jetzt, und hoffentlich auch ferner fortfahren werden mit willigem Herzen ihre Spenden der Erleichterung des Unglücks von Hunderten herzblutender und verarmter Familien zuzuwenden, deren einziger Fehler, so weit ich entdecken konnte, darin besteht, daß sie "mit Unterwürfigkeit sich ihrem Schicksal beugen und ihre Leiden mit Ergebung und ohne Murren erdulden; denn sie finden eine Seligkett in ihrem Kummer, die nur da zu suchen ist, wo Frieden im betrübten Herzen wohnt, einen Trost und eine Heiterkeit, deren kein Verläumder sich je zu erfreuen vermag. Diesen unnatürlichen und beispiellosen Versuch: dem Munde des Verlassenen, Nothdürfttgen und Hülflosen das Brod zu entreißen,