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Jeschurun · 1858-12-01 · Heft 3 (Dezember 1858) · p. 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 3 (Dezember 1858)
Article
Deutschland : Hamburg [Nachricht]
Date
1858-12-01
Page
167 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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167 Hamburg, November. Die in unserem jüngsten Schreiben erwähnte Predigt des Dr. Mallet in Bremen, welche derselbe während des Kirchentags hier gehalten und die eine allgemeine Entrüstung hervorgerufen, wird nächstens unter einer Sammlung Passions- und Festpredigten bei Heyder und Zimmer in Frankfurt a. M. erscheinen. In eben dem angeführten Schreiben war auch einer scandälösen Geschichte erwähnt, in welche ein Pastor aus Preußen verwickelt gewesen. Das Obereonsistorium zu Berlin hat Veranlassung genommen, gegen den Pastor I. zu Teltow bei Berlin (dieser hatte den unangenehmen Conflikt mit einer Venus-Priesterin) eine Untersuchung einzuleiten und sollen zu diesem Behuft die Akten von der hiesigen Polizeibehörde requirirt worden sein. — In diesen Tagen wurde ein Israelit zum Offizier beim Bürgermilitär erwählt. Es ist dies der erste Jude, der eine Ofsizierstelle im Bürgermilitär bekleidet, während bei unserem Linienmilitär schon seit dem Jahre 1848 ein Jude zum Offizier befördert worden ist. Derselbe ist jetzt Premier-Lieutenant und hat während der Abwesenheit des Obersten Abdecker im Lager bei Nordstemmen die Funktionen eines Stadtcommandanten versehen. Hamburg, 30. Okt. Wie wir vernehmen, bereitet sich nunmehr im Zusammenhänge mit dem preußischen Umschwünge eine neue Art von Auswanderung vor. Bekanntlich sind in den letzten Jahren die Rechte der Juden in vielen deutschen Ländern, wie Kurhessen, Mecklenburg, ganz außerordentlich eingeschnürt wvrden; wenn nun in Preußen die verfassungsmäßige Rechtsfreiheit für alle Confessionen zur Wahrheit werden sollte, so steht eine Uebersiedelung aus jenen judendrückenden Ländern in den preußischen Staat nach großen Dimensionen bevor, zu welcher sich namentlich der wohlhabendere Theil jener Glaubensgenofsenschaft, und noch mehr die Capitalisten derselben, bereits alles Ernstes anschicken sollen. Auch unter den österreichischen reichen Juden, die wegen der dortigen Plackereien in Sachen der Besitzfähigkeit in Preußen ein Eldorado erblicken, soll sich eine ähnliche Auswanderungsneigung geltend machen. (D. A. Z.) Berlin. Der ״B. u. H. Z." wird versichert, der Justizminister Simons habe bereits Geneigtheit zu erkennen gegeben, den jüdischen G e r i ch t s a s s e s s o r e n die ihnen durch die Verfasiung gewährleistete Anstellungsberechtigung in Richterämtern jetzt zuzugestehen. Auch das Ministerium des Innern habe die von Herrn v. Westphalen versagte Bestätigung der Wahl des jüdischen Gerichts-Assessors Dr Sawter zum besoldeten Stadtrath in Posen ertheilt. Wien. In Betreff der Mortara-Angelegenheit wird es von Interesse sein, ein Dekret der Kaiserin Maria Theresia, welches dieselbe am 11. Nov. 1775, betreffend die Taufe von Judenkindern, erließ, hier mitgetheilt zu finden. Dasselbe lautet: ״Wir Maria Theresia rc. Allen und jeden christliche n Landesbewohnern und besonders denen Hebammen LE

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