Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1858-1859)
- Issue
- Heft 2 (November 1858)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1858-11-01
- Page
- 105 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Fünfter Jahrgang. MW Ausgegebcn den 1. November 1858. J8 dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland. □ Berlin, im Okt. Eine für die hiesige jüd i sche Gemeinde wichtige und seit langer Zeit schwebende Frage ist zu einer erfreulichen Erledigung gediehen. Zum Zweck des Baues einer neuen Synagoge war, mit Genehmigung der Ministerien der geistlichen Angelegenheiten und des Innern, bereits vor bald zwei Jahren ein Grundstück in der Oranienburgerstraße erworben und zu der Ausführung des Baues die Aufnahme einer Anleihe (allerdings nicht au porteur) von über 200,000 Thlr. beantragt worden. Nach einem eingegangenen Präsidial-Erlasse haben die betreffenden Ministerien die Anleihe genehmigt, worauf hin nunmehr der Bau der Synagoge erfolgen kann, zumal die Aufbringung der Summe keine Schwierigkeiten haben wird. Seit einer Reihe von Jahren ist, obwohl bisher nichts darüber deröffentlicht worden, den ״Nicht-Christen" eine besondere Ordens-Decoration (statt des Kreuzes eine Sonne) verliehen worden. In den amtlichen Bekanntmachungen ward der besonderen Decoration aber nicht erwähnt; heute zum ersten Male macht der Ober-Präsident der Provinz Sachsen amtlich bekannt, daß der rothe Adler-Orden vierter Klaffe ״mit der Decoration für Nicht-Christen" dreien Juden verliehen worden. Darunter befindet sich auch der Redakteur des ״Mag. f. d. Lit. d. Ausl.", jetzt auch Eisenbahn-Direktor, Joseph Lehmann. Hamburg, 6. Oktober. Wie bekannt ist, wurde der Kirchentag hier von der Majorität der Bevölkerung nur mit scheelen Augen betrachtet; allein die Bevölkerung Hamburgs, die stets GastsreihLit geübt, hat sich auch diese Gäste gefallen lassen, ohne weitere Notiz von ihnen zu nehmen, und wenn auch die Berathungen des Kirchentags von Laien stark besucht waren, wie auch die Abendgottesdienste in wen Kirchen, so geschah dies weit mehr aus Neugierde, als aus Theilnähme, und sicher wäre der Kirchentag hier schon längst wieder vergessen, wenn nicht durch den Zelotismus des Pastors Wallet aus Bremen das Andenken an denselben noch für einige Zeit hier in Erinnerung 8