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Jeschurun · 1858-10-01 · Heft 1 (Oktober 1858) · p. 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1858-1859)
Issue
Heft 1 (Oktober 1858)
Article
Deutschland : Berlin [Nachricht]
Date
1858-10-01
Page
50 (sequence 2)
Language
German
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50 Ihre Gesammlzahl in Belgien beträgt nur 1400, d. h. 1 Jude auf 3143 Einwohner, ein so geringes Mrhältniß, wie wir in keinem l anderen Staate des mittleren uÄd südlichen Europas, Spanien und Portugal ausgenommen, antreffen. 0 Berlin, 8. Sept. Gestern erfolgte die erste Ernennung eines jüdischen Assessors zum,Rechtsanwalt und Notar. ,Der hiesige Gerichts-! Assessor Dx. uj m\ Albert Moßner, ein Mchtiger undgewandter Jurist, ist nämlich zum Rechtsanwalt bei dem Kreisgericht in Wormditt und Notar im Btzzftk< des, ostprmßischen, Tribunals ׳״zu . Königsberg ernannt worden. Wie bekannt, hat eine im Juli.v. I. ergangene Verfügung des Justizministers die Anstellung von Juden zu Rechtsanwälten ׳für unbedenklich erklärt, ohne daß bis jetzt eine solche erfolgt wäre. Die vorerwähnte ist als erste ihrer Art in Preußen bemerkenswerih. — Dem Vernehmen nach sollen sich ׳eine Anzahl- Rabbiner vereinigt haben, wegen der traurigen Bologneser Angelegenbeit, eine energische Vorstellung an den Papst.-Pius IX. ...zu: richten. / Man hofft, daß diese .schreckliche Be- ^.gebenheit;dadurch, wie;durch die anderen allerwärts aufgetretenen .Bemühungen, der,glücklichen,Lösung vielleicht näher gebracht werden wird. Breslau im August. Der hiesige Kaufmann I. M. Caro -hat das ehemalige jüdische , Ho.spitalgebäude angekauft, uw, es zu einem Stiftshause für mittellose, namentlich der hiesigen Gemeinde angehörige israelitische Einwohner einzurichten. . Zur Annahme des von dem verstorbenen: hiesigen!Parti culier Ka s P,ar Wolfso.hn in dem mit seiner Ehefrau, wechselseitig errichteten Testamente und Kodizille vom 1. Juli 1866 zum Zweck der Heiraths-Ausstattung armer unhoschollerrer ..jüdischer ׳Mädchen und,zur Armen-Unterstützung ausgesetzten Legate im Betrage von. 2250 Thlrn. ist dem Magistrat die landesherrliche Genehmigung ertheilt. (Monatsschr. f. deutsches׳,Städtewesen.), ,Posen, 6. Sept. Heute haben.wir; über .cm. intereffaxite^;©eiten־ stückchen zu dem 'Graudenzer Zesuitenscandal zu berichten, nämlich über eine .heftige religiöse Polemik in . den. polnischen ,Zeitungen, bei der jedoch die beiderseitigen , Kämpfer Katholiken sind, wenngleich -auch einarmer harmloser Jude.ohne sein Zuthun eine Rolle dabei spielt. , Bei dem hiesigen-, polnischenBuchhändler Zupanski äst ,ganz kürzlich eine Autobiographie des berühmtengreisen polnischen Geschichtsschreibers Lelewel, der. bekanntlich, in Brüssel lebt, erschienen. In derselben wird ,unter Anderm 'sein. Recontre mit einem. wackeren .polnischen Juden, der!ihm einst als, Kutscher, auf-dem Wege-von Wilna , nach Warschau, diente, ..er- ׳, zählt.-. - Lelewel,;־bet, .sich mit dem Juden in , ein Gespräch eingelassen, ..richtete-die Frage an ihn: ..ob .er wirklich ׳.glaube, .daß die. Juden׳ .als solche Gott wohlgefälliger seien als die Christen? ,.׳worauf derselbe,.erwiederte: ״Unsere, gelehrteu-Talmudisten behaupten, die jüdische .Lehre sei,-die beste,und Gott alleinangenehm. Ich,, bin/-zwar nur ein ungelehrter.Menf^ aher^.deWoch-widerstreitet ^es .ehenso. meinem Verstände

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