Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 11 (August 1858)
- Article
- Italien : Turin [Nachricht]
- Date
- 1858-08-01
- Page
- 609 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932849-2932861--03901-2942668- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
biefe£ dem heil. Gericht verrathen worden. Schrecken und Bestürzung der jüdischen Familie kann man sich denken, als aller Widersprüche ungeachtet der Befehl vollzogen und der Knabe 6m Abend des 24. in das Kloster der Dominikaner gebracht wurde, damit er als Christ dort christlich erzogen werde." Rußland. . . . Während die Verhältnisse der Juden , in Deutschland, sich immer mehr verfinstern und man die Juden gern in ihre frühere Stellung zurückdräugen möchte, wird es in Rußland immer lichter und Heller und legt der Kaiser stets neue Beweise seiner humanen Auffassung der Lage der Juden ab. So hat er auf den Vorschlag' des Comitb's für die Organisation der Hebräer denselben die Erwerbung und Aufführung von Häusern in allen Theilen der Städte Kowno und Schitornu gestattet; ein Recht, daß die Juden in vielen deutschen Staaten kaum genießen. ' Eine spätere Verfügung lautet, dem ״Wandrer" nach, daß sämmtliche Cantonisten jüdischen Glaubensbekenntnisses aus dem Ressort der Wege und Communicationen zu eutlaffeu und der freien, Abgaben Zahlenden Elaste derjenigen Gouvernements zuzuschreiben seien, aus denen ihre Kinder stammen. Bis zum 20. Jahre ihres Lebensalters sind sie frei von Abgaben und genießen die Wohlthat einer Unterstützung, gleich den Soldaten und Matroseukindern. — Auch befindet sich unter den polnischen Emigranten, die in neuester Zeit die Erlaubniß zur straffreien Rückkehr in ihre Heimath erhalten habe, ein Jude Namens Zelmann Gutman. — Wer weiß, ob nicht bald anderswo ״russische Verhältnisse" herbeigewünscht werden. England London den 22. Juli. Im Unterhause kam die Judenbill in ihrem letzten Stadium zur Verhandlung. — Hr. Warren beantragt auch jetzt noch ihre totale Verwerfung, unb wird in seiner Motion von Hrn. Hopwood, Hrn. Spooner und Hrn. Newdegate unterstützt. Der Antrag wird mit 129 gegen 55 Stimmen verworfen und die Bill unter lautem Beifall der Liberalen zum dritten Male gelesen. Es sollten nun noch der Tagesordnung gemäß die vor: den Lords dem Unterhause überreichten Gegengründe erwogen werden. Lord John Russell beantragt jedoch eine Resolution: daß dieses Haus es nicht für nöthig erachtet, die vom Oberhause gegen die Aufnahme der Juden vorgebrachten Gründe zu untersuchen, nachdem das Oberhaus selbst für die Zulassung der Jude!r gesorgt hat. Diese Resolution wird schließlich angenommen, nachdem vor dem Worte ״Zulassung" die Worte ״Mittel zur" eingeschaltet worden sind. — D. 24. Die Königin hat der Bill für Zulastung der Juden in das Unterhaus ihre Genehmigung ertheilt. London, 27. Juli. Im Unterhause wurde der Antrag Russel's,