Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 11 (August 1858)
- Article
- Deutschland : Aus Kurhessen [Nachricht]
- Date
- 1858-08-01
- Page
- 608 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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608־ noch vor nicht langer Zeit, als bereits die Eingabe eingeschickt war, den Sohn seines Verwalters bei dem israelitischen Kaufmann K. K. in Eschwege als Lehrling unterzubringen gesucht. 4) Endlich ist auch Herr v. B. die Veranlassung gewesen, daß das Regierungsausschreiben vom 12. März 1821. nach welchen Forderungen auswärtiger Israeliten über 20 Thlr. nur unter der Voraussetzung gerichtlicher Protokollirung klagbar sein sollen, aufgehoben worden ist. — Wie dem aber auch sein möge: es bleibt zu bedauern, daß die Behörden sich haben bewogen gesehen, auf Anlaß entseitiger Verdächtigungen Maßregeln gegen eine ganze Klasse der Bevölkerung zu ergreifen, die wenrr sie auch äußerlich nur überwachender Natur sind und praktische Folgen voraussichtlich nicht haben werden, doch einstweilen geeignet sind, große Aufregung hervorzurufen, und nicht nur das Gesinde gegen seine Brodherrschaften einzunehmen, sondern auch die letzteren förmlich unter die Beaufsichtigung des erfteren zu stellen. (Z. f. N.) Hamburg im Juli 1858. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust zu beklagen, der wohl in der jüdischen Presse einen Nachhall zu finden verdient. Herr Lazarus Samson Cohen ist uns durch den Tod entrissen. In ihm verliert die?leidende Menschheit einen ihrer besten Freunde, in ihm der unglückliche Fremdling in unserer Stadt einen Annehmer, wie er so leicht keinen zweiten findet. Abrahams gastlich Zell war sein Haus, und die armen Fremdlinge die Genossen seines Heerdes. Was Cohen aber den hiesigen Armen gewesen und wie er sein Wohlthun geübt, dafür aus Vielem um׳ ein Beispiel. Er war langjähriger Pfleger eines Armenbezirks unserer Gemeinde. Als nach seinem Tode die Armen dieses Bezirkes der dafür bestehenden Liste gemäß ihre wöchentlichen Unterstützungen erhielten, kamen zahlreiche Reklamationen von den armen Betheiligten, die mit einem Male ihre regelmäßigen Unterstützungen bedeutend herabgesetzt fanden. Es ergab sich, daß Lazarus Samson Cohen, זכרונו לברכה, ihnen stillschweigend aus eigener Tasche eine so ansehnliche Erhöhung gewährt hatte, daß er auf diese Weise jährlich weit über 1000 7?2$ aus eigenen Mitteln den Armen als Armen- Pfleger zulegte. Ein einziges solches Faktum zeigt welches Herz in ihm gewaltet. Ehre seinem Andenken! Und Preis dem Judenthumc, das solche Armenpfleger erzeugt! .h. Merlien. Turin, 8. Juli. Der ״Corriere m'ercautile" enthält aus Bologna im Kirchenstaat folgende Correspondenz: ״Mittwoch am 23. Juni präsentirte sich Abends in der Wohnung des Hm. Morrara, eines Israeliten, ein Angestellter der päpstliche!! Polizei in Begleitung von Gensd'armeu und verlangte im Aufträge -des Gerichts bet Santo Osficio die Uebergabe eines seiner Knaben. Derselbe war von einer im Hause des Israeliten dienenden christlichen Magd heimlich getauft und