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Jeschurun · 1858-08-01 · Heft 11 (August 1858) · p. 572

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 11 (August 1858)
Article
Jüdische Dichter in Spanien
Date
1858-08-01
Page
572 (sequence 7)
Language
German
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572 , Züdtsche Dicht« tu Spanten. ' wir für heute bei dem Vorworte stehen und vernehmen was den Autor bewogen hat, sei» Werk ans Licht treten zu lassen. Es ist eine alte Wahrheit, so beginnt Abo a b seinen Prolog, eine Wahrheit, welche durch die menschliche Erkenntniß selbst ihre Bestätigung gefunden hat, daß der größte Vorzug, den der Sterbliche in diesem Leben durch seine Thaten erreichen kann, ist, die Eigenschäften des höchsten Wesens nachzuahmen, Seinen Willen zu erfüllen, Seinen Vorschriften Folge zu leisten. Eben so wahr und ausgemacht ist aber auch, daß die göttlichen Gesetze und Vorschriften nicht so deutlich vorliegen, als daß sie an sich vollständig verstündlich wärm. Willst du daher, geneigter Leser, fährt Abo ab fort, den höchsten Grad irdischer Vollkommenheit erreichen, willst du deine Seele, das Göttliche in dir mit dem glanzvollen Gewände der Tugend schmücken, schmücke dein Leben durch Thaten, fürchte und liebe deinen Schöpfer, schau auf ihn, vollführe seinen Willen, ahme seinen Werken nach, denn dieses allein ist der wahre Heerd deines einstigen Glücks, dieses der wahre Quell deiner jetzigen und zukünftigen Seligkeit. Aboab will seine Mitbrüdcr zu diesem Quell des Glücks und diesem Heerd der Seligkeit führen, er will nicht allein wie der Prophet für die vom Wege Abgeirrten beten, er will sie führen, will ihnen selbst den Weg zur Glückseligkeit zeigen, welchen sie sich haben abhanden kommen lassen. Diese Gründe quälten seinen auf's Gute gerichteten, vom Eifer für das Wohl seiner Mitbürger erregten Geist; andrerseits schreckte ihn seine Bescheidenheit, die Schwierigkeit der Aufgabe, die er sich gestellt, von seinem Plane wieder ab, sein Werk vollständig auszuarbeiten. Die Zeit und ihre Richtung wußten ihn endlich zu bestimmen. Er fand, daß die Meinung, das mündliche Gesetz sei übersiüssig, sei entbehrlich, weil die Schrift sich selbst erkläre und mit nur geringer Mühe der richtige Sinn aus den Worten des Gesetzes sich leicht erklügeln lasse, zu seiner Zeit be'i den Juden Italiens, wenn auch nicht allgemein, so doch nicht selten vernommen wurde. ״Meine Seele war darüber sehr betrübt, ich war vom Eifer erfüllt und nahm die Feder zur Hand vor jetzt 10 Jahren") und suchte Er vollendete es im Jahre r.SZS.

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