Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1858)
- Article
- Deutschland : Würzburg [Nachricht]
- Date
- 1858-06-01
- Page
- 492 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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492 ein Denkmal zu fetzen, zu dem noch in spätesten Zeiten Hunderte mit der Thräne des Dankes und dem Worte des Segens aufblicken; wann hätte ein solches Unternehmen kalte Herzen in Israel gefunden? Zur Freude gereicht es mir daher auch, die Thatsache verzeichnen zu können, daß die hiesigen Einwohner aufs Neue ihren mildthäügen, opferfähigen Sinn bekundeten, indem sie allein mehr als ein Fünftheil jener Summe deckten. Nicht so befriedigend, vielmehr die niedrigsten Erwartungen täuschend, waren die Zeichnungen der Landgemeinden, die in dem Wahne befangen sein sollen, die Anstalt komme hauptsächlich den Städtern zu Nutze und sie wirke mehr für diese als für sich selbst und die ihrigen. Versuche sie anders zu stimmen blieben fruchtlos, so daß, trotz aller Energie des Cornite's, der Plan an diesem Mißverständniß - sollte es wirklich nur ein Mißverständniß sein?? — zerschellte und sich in Nichts auflöste. Ein Weg steht zwar noch offen, der auch zum Ziele führt und der in der That auch schon.zur Sprache gekommen sein soll, nämlich die Anstalt nur auf die hiesige Stadt zu beschränken und der Zukunft zu vertrauen, daß sie aus dem Kleinen sich zu immer Höherem und Größerem entfalten würde. Lassen sich die Schwierigkeiten auch fei•־־!! neswegs verkennen und kann man auch Gründe genug gegen die Aus--! führung des Planes.herbeizichen, so sind diese dennoch keineswegs stich-!! haltig einem solch edlen Unternehmen gegenüber. Da muß jede Engherzigkeit, jede Nebenrücksicht, jedes ängstliche Sorgen wegen Mißgriffe und i Mißbräuche verstummen, Menschenliebe und Opfcrsreudigkeit allein darf! reden und nur der Gedanke, was wird gewirkt und für wen wird gewirkt, darf die Gründer beseelen und leiten, der Gedanke, daß es ein unerschöpflicher Quell des Segens und Wohlthuns ist, den sie öffnen und der noch nach Jahrhunderten seine Heilesfluthen ergießen wird. Hof״ fen wir daher, daß diese bessere Ueberzeugung bald durchdringt, daß man mit den zu Gebote stehenden Kräften bald an's Werk geht, bald, damit die Begeisterung nicht ganz verrauche und der günstige Augenblick ungenützt dahin schwinde — solche Thaten der Liebe bedürfen ja nicht der Zeit, sondern nur des Entschlusses nnd des ernsten Willens, um zur Reife zu gelangen. Ohne des vor zwei Jahren hier errichteten Instituts zu erwähnen, will ich meinen Bericht nicht schließen; später bietet sich mir wohl die Gelegenheit, näher darauf einzugehen. Heute sei nur bemerkt, daß diese Schule die Vorurtheile, mit denen sie, wie alle ähnlichen Anstalten, zu kämpfen hatte, glücklich überwunden; sie hat gezeigt, daß eine jüdische Schule, wenn sie mit Liebe und Eifer geleitet wird, kräftig wirkt und den Vergleich mit christlichen nicht zu fürchten hat; sie ist somit ein Lebensbedürfniß für die hiesige Gemeinde geworden, dem man mehr und mehr seine Aufmerksamkeit zuwenden und für dessen Hebung und Er- Weiterung man auch ferner keine Opfer scheuen wird. Ist ja Alles was für eine Schule verausgabt wird, den Kindern gegeben, denen man kein heall ne ju br ge ge er te de m ge de di R ni ui m £ n dt ai bi dr di £