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Jeschurun · 1858-06-01 · Heft 9 (Juni 1858) · p. 487

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 9 (Juni 1858)
Article
Aufruf zum Bau jüdischer Armen- und Pilger-Wohnungen in Jerusalem : An unsere Brüder in Europa [Nachricht] / Deutsch-holländische jüdische Gemeinde zu Jerusalem
Date
1858-06-01
Page
487 (sequence 2)
Language
German
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487 Stande dem jüdischen Reisenden, dessen Pilgerfuß unsere heilige Stadt betritt, auch nur irgendwie ein jüdisches Unterkommen zu eröffnen. Wir unterlassen es die verderblichen Folgen zu schildern, die uns fort und fort in der leiblichen Verkümmerung unserer Armen aus diesem schreienden Nothstand vor Augen sind. Unsere Brüder in Europa wissen zu ermessen, was Obdachlosigkeit und enge, ungesunde Zufluchtsörter für das Physische Wohl der darin zusammengepferchten Männer und Frauen, Greise und Kinder bedeuten. Allein auch dem Seelenheil unserer Armen droht Gefahr. Begierig wird ihre Noch von Denjenigen ergriffen, die in dem Elend und der Verzweiflung des Armen eine willkommene Gelegenheit zu seiner Bekehrung begrüßen. Siebzig Zimmer hat die englische Mission, die unsere'Noch kennt, in Bereitschaft gesetzt und ladet Arme, ladet Reisende in ihrer Verlegenheit zur Aufnahme und diese Aufnahme bildet den ersten Schritt zum Bekehrungsversuche. Dieser, das Physische und geistige Heil gleich hart bedrohenden Noch kann unsererseits nur durch die Herstellung eigener jüdischer Armen- und Pilger-Wohnungen begegnet werden. Schon haben wir den Anfang dazu gemacht. Wir haben in einer durchaus entsprechenden Lage, auf dem Berge Zion, den Ruinen des heiligen Tempels gegenüber, ein geräumiges Grundstück gekauft, um darauf allgemeine jüdische Armenwohnungen und ein jüdisches Pilgerhaus zu erbauen. Allein es fehlen uns die Mittel zur völligen Tilgung des Kaufgeldes, nochmehr zum Aufführen der entsprechenden Gebäude. Und diese Mittel erbitten, erflehen wir uns von der wohlthätigen Hülfe unserer Brüder in Europa. Mögen sie unserer schreienden Noth ihre Theilnahme nicht versagen. Mögen sie diese Theilnahme durch reichliche und baldige Sperrden für diesen so menschenfreundlichen, gottgefälligen Zweck bethätigen, auf daß wir bald in den Stand gesetzt werden unser Vorhaben auszuführen und das Gebet der aus leiblicher und geistiger Noth geretteten Armen, das Gebet des jüdischer Gastlichkeit sich erfreuenden Reisenden Heil für alle Diejenigen erflehe, die mit dem Segen, den der Allgütige; ihnen verliehen, die Noth ihrer fernen Brüder bedacht. Jerusalem im Adar 5618. Die Vertreter der deutsch-holländischen jüdischen Gemeinde zu Jerusalem. en hlren ch en rer Bereits vor mehreren Monaten sind wir um Verbreitung eines Aufrufs zu vorstehendem Zweck angegangen worden. Wir haben jedoch geglaubt zuvor nähere Kunde von den thatsächlichen Zuständen, von der Dringlichkeit und der Zweckmäßigkeit dieses Vorhabens ־: einziehen zu müssen. Durch die gefällige und umsichtige Der-! Mittelung des löbl. palästinensischen Comitäs in Amsterdam ist! uns hierüber nun die befriedigendste Auskunft geworden, und bringen

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